veröffentlicht am: 9.01.2001 von admin

BAföG-Anträge lohnen sich wieder

Voraussichtlich zum 1.4.2001 tritt das BAföG-Reformgesetz in Kraft, durch das die Ausbildungsförderung deutlich verbessert wird. Ab dem Sommersemester 2001 wird es damit an den bundesdeutschen Hochschulen und auch unter deutschen Studierenden, die im EU-Ausland studieren, erheblich mehr BAföG-Empfänger als zur Zeit geben.

Was verbessert sich?
Kernpunkt der Reform ist die Erhöhung der Einkommensfreibeträge. Hier wurden gezielte Verbesserungen im unteren und mittleren Einkommensbereich vorgenommen. Volle Förderung wird in Zukunft noch geleistet, wenn ein Ehepaar mit einem studierenden Kind bis zu 3.900,- DM brutto verdient. Die bisherige Grenze lag in diesen Fällen bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 2900,- DM. Hinzu kommt, dass das Kindergeld nicht mehr als Einkommen angerechnet wird.

Eine weitere Verbesserung ist die Erhöhung des Förderungshöchstbetrages für Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen. Sie erhalten ab dem 1.4. maximal 1105,- DM. Das sind ca. 7,3 % als bisher. Die durchschnittliche Förderung soll sich damit von 640 auf 730 DM erhöhen

Ebenfalls positiv ist, dass zukünftig auch ein Studium in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union nach Inlandssätzen gefördert wird, wenn zuvor mindestens ein Jahr lang eine inländische Ausbildungsstätte besucht wurde.

Und schließlich wird die Gesamtdarlehensbelastung für Studierende auf 20.000,- DM begrenzt, so dass diese Summe am Ende des Studiums das Maximum dessen ist, was an Schulden entstehen kann. Durch diese Kalkulierbarkeit der entstehenden Schulden, soll in Zukunft möglichst niemand mehr aus finanziellen Gründen vor einem Studium zurück schrecken.

Was ist zu tun?
Studierende, die zur Zeit kein BAföG beziehen, sollten sich überlegen, ob sie in Zukunft vielleicht Anspruch auf Unterstützung haben, und ihre Förderanträge zum Sommersemester umgehend stellen. All jene, die bereits zum Wintersemester einen Antrag auf Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz gestellt haben, werden mit dem neuen Bescheid eine neue Berechnung ihres Förderbetrages erhalten. Sie müssen also nichts unternehem, sondern nur die automatisch erfolgende Neuberechnung abwarten.