veröffentlicht am: 8.01.2001 von admin

“entwurzelt”

Eine Ausstellung von Steffen Keulig in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro des Studentenwerks OstNiedersachsen

10.01. bis 05.02. im Foyer der Bibliothek, Campus Universität Lüneburg

Vom 10. Januar bis zum 5. Februar zeigt die kultur.werkstatt. des Studentenwerks OstNiedersachsen im Foyer der Bibliothek auf dem Campus der Universität Lüneburg eine Ausstellung über Naturvölker in Brasilien, Thailand, Tansania und Afrika von Steffen Keulig. Zu sehen sind Fotografien, begleitende Textdokumentationen und ethnografische Objekte, darunter ein Ahnenschild und Rauchrohr aus West Papua und Federschmuck aus Brasilien und Afrika.

Die Präsentation ist Ergebnis des Engagements von Steffen Keulig: Das Bewusstsein zu schärfen für die Bedrohung der Lebensweise der letzten Naturvölker in verschiedenen Regionen der Erde.

“Ziel des Projekts hier an der Universität Lüneburg ist, Verständnis zu wecken, für jene, die wir als Zivilisierte in unserer Überheblichkeit oft als primitiv und entwicklungsbedürftig betrachten,” sagt Steffen Keulig. “Naturvölker leben im Gegensatz zu unserer westlichen Welt im Einklang mit der Natur ohne diese zu zerstören. Ihre Lebensweise begründet sich auf einer jahrtausend alten Erfahrung, die sich bewährt hat. So haben Naturvölker im Allgemeinen eine ihrem Siedlungsraum und seinen Ressourcen angepasste Lebensweise und soziale Organisation. Und entgegen den üblichen Vorstellungen wollen die meisten Naturvölker nicht in unsere Zivilisation integriert werden, sondern von ihr so unabhängig wie möglich bleiben. “Im Gegensatz zur allgemeinen Entwicklungshilfe geht es Steffen Keulig um eine Form der “Bewahrungshilfe”, die dem Erhalt von Lebensräumen der noch existierenden Naturvölker, ihrer traditionellen Kultur und Lebensweise dient.

Steffen Keulig, geboren 1966 in Freital bei Dresden, ist Medienreferent des Vereins “Freunde der Naturvölker e.V.”, der deutschen Sektion von “Friends of People close to Nature”, die sich weltweit als Fürsprecher der Naturvölker für deren Bedürfnisse und Belange einsetzt. Auf seinen Reisen u.a. nach Kolumbien, Brasilien, Bolivien, Tansania, West Papua, Südthailand betreibt Steffen Keulig Feldforschung für das Museum für Völkerkunde in Dresden. Daraus entstanden Fotodokumentationen und zahlreiche Veröffentlichungen in Tageszeitungen und Zeitschriften sowie Filme.

Seit Oktober studiert Steffen Keulig Umweltwissenschaften an der Universität Lüneburg.

Im Rahmen des Projekts, das vom Kulturbüro des Studentenwerks begleitet und vom AStA der Universität und der Fachschaft Umweltwissenschaften unterstützt wird, sind weitere Veranstaltungen vorgesehen:

“Die Vernichtung der Urgesellschaften”, ein Vortrag von Bernd Wegener

am 2. Februar um 18.30 Uhr im HS 5 Campus Universität Lüneburg

Bernd Wegener, Autor des Buches “Grand Chaco – die Wildnis stirbt. Auf den Spuren der letzten Waldindianer”, spricht in seinem Vortrag über die Lebensraumvernichtung und die damit einhergehende Kulturzerstörung sogenannter “primitiver” Gesellschaften in Südamerika. Parallel dazu werden Dias und Filmausschnitte gezeigt.

Als Einführung der Veranstaltung: “Hadzabe – kein Bedarf nach Entwicklung” ein Kurzfilm über ein Buschmannvolk in Ostafrika von Steffen Keulig und Hartmut Heller.

Am Mittwoch, den 17.01 um 11 Uhr führt Steffen Keulig durch die Ausstellung und lädt ein zur Diskussion.

Die Ausstellung im Foyer der Bibliothek, Gebäude 9 auf dem Campus der Universität Lüneburg, ist vom 10.01. bis 05.02. während der Hochschulöffnungszeiten zu sehen.