veröffentlicht am: 11.12.2001 von admin

Erhöhung des Semesterbeitrags

Am gestrigen Montag hat der Verwaltungsrat des Studentenwerks OstNiedersachsen beschlossen, den Semesterbeitrag für Studierende um 6,45€ auf 31€ zu erhöhen. Die Erhöhung tritt zum nächsten Semester in Kraft.

Als Grund für die Erhöhung nannte das Studentenwerk die von der Landesregierung angekündigte Kürzung der Finanzhilfe, die mit dem Haushalt 2002 beschlossen werden wird. Danach wird der Landeszuschuss für die sechs niedersächsischen Studentenwerke von derzeit 34,5 Mio. DM um mehr als 14 % auf 29,5 Mio. DM gesenkt werden. Eine derart umfassende Kürzung wird keinem anderen Aufgabenbereich landesweit abverlangt. Das Studentenwerk OstNiedersachsen – zuständig für die soziale und wirtschaftliche Förderung von rund 38.000 Studierenden an sieben Hochschulen in der Region Nordost-Niedersachsen – ist mit ca. 1 Mio. DM betroffen.

Dazu erklärt Reginald Rüter, Geschäftsführer des Studentenwerks: “Durch diese Kürzung ist unsere Arbeit unmittelbar gefährdet. Eine derart hohe Summe können wir nicht im laufenden Betrieb einsparen.” Diskutiert wurde neben der Erhöhung des Semesterbeitrags auch eine Erhöhung der Preise in den Mensen bzw. der Mieten in den Wohnanlagen. Die Mitglieder des Verwaltungsrats hielten allerdings die jetzt gefundene Lösung für die gerechteste, da sie alle Studierenden gleichmäßig trifft.

Obwohl der Semesterbeitrag bisher der niedrigste in ganz Westdeutschland war, habe man sich, so Rüter, lange gegen eine Erhöhung gesträubt. Noch im Sommer appellierte der Verwaltungsrat des Studentenwerks an die Landesregierung, die Kürzungen zurückzunehmen. In dem Appell wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass schon jetzt die soziale Versorgung der Studierenden nicht zufriedenstellend sei. Vor allem fehlten Wohnanlagen. Es sei äußerst widersprüchlich, einerseits das BAföG zu erhöhen und andererseits bei genau den gleichen Leuten das Geld wieder einzusparen.

Die Studentenwerke sehen aber nicht nur aufgrund der aktuellen Kürzung schwierigen Zeiten entgegen. Wenn wie geplant tatsächlich Studiengebühren für Langzeitstudierende eingeführt werden, wird sich die Gesamtzahl der Studierenden nach Schätzungen des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur wesentlich verringern. Es wird erwartet, dass sich etwa zwei Drittel der Langzeitstudierenden exmatrikulieren. Dies zöge weitere Mindereinnahmen für die Studentenwerke in einer geschätzten Höhe von 3 Mill. DM mit sich.