veröffentlicht am: 26.03.2001 von admin

Grundsteinlegung für neue Studierenden-Wohnanlage im Munstermannskamp

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Mädge,
sehr geehrter Herr Prof. Dr. Donner,
sehr geehrter Herr Prof. Dr. Meyer-Wachsmuth,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich sehr darüber, dass Sie alle heute hierher gekommen sind, um mit uns den Grundstein zu legen für eine neue Wohnanlage in unmittelbarer Nähe zum Universitätscampus, nicht weit vom FH-Standort Wilschenbrucher Weg. Auf dem Gelände, auf dem wir uns hier befinden, sollen bis zum März nächsten Jahres zwei Häuser mit jeweils 48 Wohnplätzen entstehen. Hinzu kommt ein weiteres Gebäude, das als Service-Center für Studierende eingerichtet wird.

Mit den zwei Wohnhäusern wollen wir in der Mitte zwischen den beiden Standorten Universitäts-Campus und Wilschenbrucher Weg, modernen sowie komfortablen Wohnraum für Lüneburger Studierende schaffen. Dafür haben wir 5,65 Millionen DM aus eigenen Mitteln zur Verfügung gestellt. Mit weiteren jeweils 300.000 DM tragen die Stadt Lüneburg und Sponsoren zur Finanzierung bei. Dafür möchte ich hier stellvertretend Herrn Oberbürgermeister Mädge und Herrn Prof. Dr. Weihe, der heute leider nicht kommen konnte, ganz herzlich danken.

Dies ist der erste Bau einer Wohnanlage für Studierende nach dem vollständigen Wegfall der Förderung durch das Land. Mit einem einzelnen Projekt dieser finanziellen Größenordnung haben wir uns bisher an keinem unserer acht Standorte engagiert, auch wenn das Studentenwerk OstNiedersachsen für die Hochschulstandorte Lüneburg, Suderburg und Buxtehude in der Vergangenheit bereits fast 3 Millionen Mark an Eigenmitteln eingesetzt hat, die aus den in Braunschweig, Wolfenbüttel und Hildesheim gebildeten Rücklagen herrühren.

In Lüneburg setzen wir damit unsere Serie von Neubauten fort, die im Jahr 1988 im Rahmen der Bauprogramme des Landes und des Bundes begonnen hat. Seitdem haben wir hier in der Stadt im Durchschnitt alle fünf Jahre ein neues Wohnheim geschaffen, beginnend mit der Salzbrücker Straße, über die William-Watt-Straße und die Wichernstraße bis jetzt hier zum Munstermannskamp.

Es ist mir wichtig, auf diese für unsere finanziellen Verhältnisse beispiellose Serie von Neubauten hinzuweisen, die in dieser Region noch ergänzt wird durch neue Wohnheime in Suderburg und Buxtehude. Nur zum Vergleich möchte ich darauf hinweisen, dass es in Braunschweig im gleichen Zeitraum nur einen Neubau gab. Entgegen allen Vorwürfen und Gerüchten tun wir viel für die Versorgung der Lüneburger Studierenden mit Wohnplätzen. Dass die Versorgungsquote hier trotzdem noch schlechter ist als in Braunschweig, hat historische Gründe. Wie die meisten von ihnen vermutlich wissen, war der Hochschulstandort Lüneburg lange Zeit nicht abgesichert. In dieser Zeit gab es verständlicherweise und vom Land ausdrücklich bestätigt keine Landeszuschüsse für Wohnheimbauten.

Eine vollständige Finanzierung der dringend erforderlichen Wohnplätze durch das Studentenwerk würde dessen Möglichkeiten überschreiten. Eine auch aus unserer Sicht gebotene Angleichung an den Landesdurchschnitt würde den Neubau von ca. 420 Wohneinheiten erfordern und Kosten von über 27,2 Millionen DM verursachen – bei jetzigem Preisindex. Die Bereitstellung einer solchen Summe würde jedes Studentenwerk in Niedersachsen überfordern. So wie die Hochschulen nicht in der Lage sind, die notwendigen Hochschulbauten ohne Bundes- und Landesmittel zu bezahlen, so ist kein Studentenwerk der Bundesrepublik im Stande, ohne ergänzende finanzielle Hilfe der Gewährsträger bei einem doch relativ jungen Hochschulstandort die gebotene soziale Infrastruktur zu schaffen. Das Land steht deshalb in der sozialen Verpflichtungen gegenüber den Studierenden in dieser Region und kann – bei allem Verständnis für den begrenzten finanziellen Spielraum aufgrund der Haushaltslage – nicht von dieser Verantwortung entbunden werden. Hochschule, Studentenwerk und die Stadt Lüneburg müssen an diese soziale Aufgabe der Entscheidungsträger im Land Niedersachsen kontinuierlich erinnern.

Bevor ich nun zum Ende meiner kurzen Begrüßung komme und das Wort an Herrn Prof. Dr. Donner übergebe, möchte ich Ihnen noch ein paar Informationen mit auf den Weg geben. Die Wohnanlage, deren Grundstein wir heute legen, wird ausschließlich aus kleinen Wohneinheiten für zwei bis drei Studierende bestehen. Eine der Wohnungen wird behindertengerecht sein, und in unserem neuen Informations- und Beratungszentrum wird es einen eigenen für Rollstuhlfahrer zugänglichen Beratungsraum geben.

Die Ausstattung der Wohnungen wird derjenigen in der Wichernstraße in etwa vergleichbar sein. Alle Zimmer werden über einen Internet-Anschluss verfügen. Wir hoffen, dass das Rechenzentrum der Universität die nötigen Datendurchsatzkapazitäten zur Verfügung stellen kann, damit Wohnen und Studieren noch besser verbunden werden können. Wie bei allen unseren jüngeren Bauten haben wir auf eine gute Wärmedämmung geachtet. Dadurch sind zwar die Baukosten und damit auch die Kaltmieten etwas höher, aber langfristig spart man erheblich bei den Nebenkosten. Und dieser Effekt dürfte sich bei der derzeitigen Entwicklung der Energiepreise eher noch erhöhen. Wie bei anderen Wohnanlagen wird es auch hier einen großen Fahrradschuppen geben. Außerdem schaffen wir die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl von 39 Stellplätzen für Autos, hoffen aber natürlich, dass in dieser günstigen Lage nicht alle in Anspruch genommen werden.

Zuletzt möchte ich noch auf die unmittelbare Nähe zum Innovationszentrum der Firma e-novum, in deren Räumlichkeiten wir uns hier befinden, hinweisen. Diese Nähe ist ein weiterer Pluspunkt für unsere Studierenden, die später ja auch irgendwann ins Berufsleben treten müssen.

Ich danke Ihnen noch einmal herzlich, dass Sie hier und heute mit uns feiern wollen. Insbesondere danke ich schon einmal für die folgenden Grußworte von Herrn Oberbürgermeister Mädge, Herrn Prof. Dr. Meyer-Wachsmuth, dem Vizepräsident der FH Nordostniedersachsen, und Herrn Prof. Dr. Donner, dem Präsidenten der Universität, an den ich jetzt das Wort übergebe.