veröffentlicht am: 27.09.2001 von admin

Heißt man Gäste so willkommen?

Jedes Jahr zu Beginn des Wintersemesters bietet sich in Braunschweig dasselbe Bild. Die so dringend benötigten zukünftigen Fachkräfte kommen aus dem Ausland, um in der schönen Stadt Braunschweig zu studieren. Nur willkommen können sie sich hier nicht fühlen. Viele von ihnen suchen in diesen Tagen schon fast verzweifelt nach einem Zimmer, allerdings ohne viel Aussicht auf Erfolg. Die Wohnanlagen des Studentenwerks sind schon seit Monaten ausgebucht. Wer sich jetzt für ein Zimmer bewirbt, kann frühestens im Februar damit rechnen, einziehen zu können. Je nach gewünschter Wohnform kann es sogar noch erheblich länger dauern. Dies trifft die ausländischen Studierenden genauso wie die deutschen. Die Versorgungsquote der mit öffentlichen Mitteln geförderten Wohnplätze liegt in Braunschweig bei rund 14 % und damit deutlich niedriger als die Nachfrage. Deutsche Studierende haben aber erfahrungsgemäß wesentlich bessere Chancen, auf dem privaten Wohnungsmarkt ein Zimmer zu finden.

Auf diesen Umstand hat das Studentenwerk bereits reagiert, indem es eine bestimmte Anzahl von Zimmern von vorneherein für ausländische Gäste reserviert hat. Während ausländische Studierende an der TU nur 9,1 % der Studierenden insgesamt ausmachen, beträgt ihr Anteil in den Wohnanlagen ca. 30 %. Aber auch dies reicht noch nicht aus. Während sich 1998 nur 98 ausländische Studierende um Wohnraum bewarben, waren es 2000 schon 437. Und die Nachfrage wird weiter steigen.

Im Januar dieses Jahres haben TU und Studentenwerk daher beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur einen Antrag auf Förderung des Baus eines Internationalen Hauses gestellt. Dieses Haus könnte auf dem Gelände der ehemaligen BGS-Kaserne am Bienroder Weg errichtet werden, das der TU zur Nutzung übertragen wurde. Dort könnte nicht nur eine Begegnungsstätte entstehen, sondern vor allem auch eine neue Wohnanlage mit 100 Plätzen. Die Kosten dafür werden auf 7 Mio. DM geschätzt. 25 % dieser Summe könnte das Studentenwerk aufbringen. Daher geht nun der dringende Appell an das Ministerium, die restlichen 5,25 Mio. DM für das Projekt möglichst bald zur Verfügung zu stellen. Dazu bemerkt Reginald Rüter, Geschäftsführer des Studentenwerks: “Wer sich für die Internationalisierung unserer Hochschulen einsetzt, muss auch dazu beitragen, dass sich die ausländischen Studierenden hier wohl fühlen können.”

Kurzfristig bittet das Studentenwerk private Vermieter, die preisgünstigen, möblierten Wohnraum in Hochschulnähe anbieten können, sich bei der Wohnraumvermittlung zu melden (Tel. 391-4828, Fax 391-4826, wohnen.bs@stw-on.de). Dort werden die Angebote gesammelt und an die Studierenden weiter gereicht.