veröffentlicht am: 5.05.2003 von admin

Erhebung zur sozialen Lage der Studierenden

Im Mai werden bundesweit vom Deutschen Studentenwerk rund 70.000 Fragebögen an zufällig ausgewählte Studierende verschickt, um ein aktuelles Bild von deren wirtschaftlicher und sozialer Situation zu erhalten. Auch für die Region Braunschweig ist wieder mit interessanten Erkenntnissen aus dieser mittlerweile 17. Erhebung zu rechnen. Voraussetzung für einen Erfolg ist allerdings eine rege Beteiligung der Angeschriebenen.
Die letzte Befragung hatte unter anderem ergeben, dass in unserer Region der Anteil der Studierenden, die nicht aus gehobenen oder hohen sozialen Verhältnissen kommen, mit 48,2 % weit über dem Bundesschnitt von 40,7 % lag. Die Studierenden tun allerdings viel dafür, Unterschiede auszugleichen. Eine rege Erwerbstätigkeit neben dem Studium und die staatliche Ausbildungsförderung BAföG sorgen dafür, dass alle Studierenden in der Region monatlich über etwa gleich viel Geld verfügen können. Auch in diesem Punkt unterscheiden sie sich vom bundesweiten Durchschnitt ihrer Kommilitonen.
Wenn die Ergebnisse der Sozialerhebung im Sommer 2004 präsentiert werden, wird man beim Studentenwerk OstNiedersachsen ein besonderes Augenmerk darauf legen, welche Auswirkungen, die zum Sommersemester diesen Jahres eingeführten Gebühren für so genannte “Langzeitstudierende” haben. Diesen stehe man sehr kritisch gegenüber, so Reginald Rüter, Geschäftsführer des Studentenwerks OstNiedersachsen. Dies gelte insbesondere, wenn die eingenommenen Mittel, wie kürzlich bekannt wurde, nicht an die Hochschulen zurückflössen. Außerdem sei man gespannt, ob durch die Reform des BAföG im Jahr 2001 die Chancengerechtigkeit im Bildungsbereich verbessert werden konnte.
Die Sozialerhebungen sind ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung an den Hochschulen und beim Studentenwerk. “Wir sind auf die Sozialerhebungen angewiesen, um unsere Dienstleistungen den Bedürfnissen der Studierenden anzupassen und deren Interessen zu vertreten”, betonte Rüter. “Ich bitte daher alle Studierenden, die den Fragebogen erhalten haben, diesen auszufüllen und zurückzuschicken.”
Die Sozialerhebung zählt zu den wichtigsten bildungs- und hochschulpolitischen Planungs- und Entscheidungsgrundlagen in Deutschland. Sie hat sich zu einer national und international einzigartigen Langzeitstudie entwickelt, die Vorbild wurde für ähnliche Umfragen in anderen europäischen Ländern. Schon seit 1951 werden in regelmäßigen Zeitabständen Studierende befragt. So weiß man heute, dass der Frauenanteil unter den Studierenden 1951 bei nur 17,2 % lag und dass Studierende damals mit rund 100 DM im Monat auskommen mussten. Heute haben sie durchschnittlich 639 Euro zur Verfügung. WGs gab es 1951 noch gar nicht, fast alle Studierenden wohnten zur Untermiete, eine Wohnform, die heute fast schon unbekannt ist.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.sozialerhebung.de.