veröffentlicht am: 17.10.2003 von admin

Essen der Vergangenheit = Essen der Zukunft?

In der Woche vom 27. bis 31.10.2003 wird als Protest gegen die jüngsten Sparbeschlüsse der Landesregierung in allen Braunschweiger Mensen des Studentenwerks ein “Sparessen” angeboten. Damit soll verdeutlicht werden, wie die Studentenverpflegung der Zukunft aussehen könnte, wenn es mit den Sparbeschlüssen im bisherigen Tempo weitergeht. Statt Schweineschnitzel oder Gemüselasagne stehen dann unter anderem Graupensuppe, Pellkartoffeln mit Magerquark oder Steckrübenmus auf dem Speiseplan. Nicht zufällig werden sich ältere Mitbürger bei diesen “Arme-Leute-Gerichten” an die Zeit nach dem Krieg erinnert fühlen. Die genauen Pläne für die Woche sind unter www.studentenwerk-braunschweig.de zu finden.
Die Sonderwoche in den Mensen ist Teil einer gemeinsamen Aktionswoche der Studierendenvertretungen an der TU und der HBK und des Studentenwerks OstNiedersachsen, die sich gegen die Sparbeschlüsse im Hochschulbereich richtet. Im Laufe der Woche sollen neue und alte Studierende über die aktuelle Entwicklung informiert werden. Dazu wird es Plakate, ein Flugblatt und verschiedene Performances geben.
Insgesamt werden im Bereich der Braunschweiger Hochschulen nächstes Jahr rund 5,6 Millionen Euro gespart. Die HBK ist mit 500.000 € betroffen, die TU mit 4,5 Millionen. Das Studentenwerk OstNiedersachsen erhält im kommenden Jahr rund 600.000 Euro weniger Landesmittel als in diesem Jahr. Das entspricht einer Kürzung von rund 13%. Allerdings hat das Studentenwerk schon eine “Sparrunde” hinter sich. Bereits im Jahr 2002 wurden rund 11% der Mittel gestrichen. Damals reagierte man mit internen Einsparungen und einer Erhöhung der Semesterbeiträge von 24,54 Euro auf 31 Euro. Wie sich die jüngsten Kürzungen auswirken, wird zur Zeit noch diskutiert. Eine Erhöhung der Mensapreise ist aber wahrscheinlich.
Das Studentenwerk warnt, dass sich auf diese Weise die sozialen Rahmenbedingungen für ein Studium weiter verschlechtern. Im Gegensatz zu den Forderungen aller aktuellen Bildungsstudien, die eine Verbesserung der Ausbildung von Jugendlichen und eine Erhöhung der Studierendenzahlen fordern, würden die Hochschulen und der akademische Nachwuchs immer stärker belastet. Darunter leide vor allem die Qualität des Studiums. Dazu Reginald Rüter, Geschäftsführer des Studentenwerks: “Schon seit Jahren wird der Bau günstigen Wohnraums für Studierende nicht mehr gefördert. Das BAföG ist zur Deckung des Lebensunterhalts nicht ausreichend und steht viel zu wenigen Studierenden offen. Das führt dazu, dass viele Studierende neben dem Studium arbeiten müssen. Und wenn sie dadurch länger studieren, kassiert das Land unter Umständen noch 500 Euro Studiengebühren.”