veröffentlicht am: 15.10.2003 von admin

Immer mehr Studierende fragen um Rat

Wenn Michael Klink nach Feierabend sein Büro abschließt, hat er sich wieder einmal jede Menge Probleme von Lüneburger Studierenden angehört. Nicht dass ihn das aus der Fassung bringen würde. Zum einen ist Klinks Ohr für die Sorgen der Studenten sozusagen von Amts wegen offen. Denn Michael Klink ist der Sozialberater des Studentenwerks OstNiedersachsen in Lüneburg. Zum anderen hat er genug Erfahrung in diesen Angelegenheiten. Immerhin feiert er in diesen Tagen sein 15-jähriges Dienstjubiläum.
Ob Jobben im Studium, Hilfe bei der Vermittlung günstiger Wohnungen oder Unterstützung beim Wohngeld-Antrag: “Überwiegend sind es Fragen über die Finanzierung des Studiums”, weiß Klink. Oft suchen ihn die Studierenden für langwierige Beratungen auf. Klink: “Häufig geht es aber auch nur um das ,Abchecken’ einer einzigen Frage. Zum Beispiel: welches Amt ist für die GEZ-Befreiung zuständig?” Besonders nach Einführung der Langzeitstudiengebühren stieg die Zahl der Ratsuchenden innerhalb kürzester Zeit in die Höhe. “500 Euro muss man erst einmal aufbringen. Das ist für viele einfach zuviel. Da stellt sich für den einen oder anderen Studenten schon die Frage nach dem Studienabbruch.”
Die Einrichtung von Sozialberatungsstellen für Studierende war gegen Ende der 60er Jahre eine Antwort der Studentenwerke auf die so genannte Bildungsoffensive. Damals begann der “Run” auf die Universitäten. Viele Nicht-Akademiker-Kinder wollten plötzlich studieren. Die Folgen waren nicht nur eine erhöhte Studierendenzahl, sondern auch ein erhöhtes Angebot an Studiengängen sowie für viele Studenten die Frage nach dem Geld zum Studieren. Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland 48 Sozialberatungsstellen.
Auch in Lüneburg machte sich dies für Klink bemerkbar: “Als ich 1988 als Sozialberater in Lüneburg angefangen habe, ging es noch gemächlicher zu. Mit dem Umzug der Universität in die Scharnhorst-Kaserne und dem Ausbau der Fachhochschule hat sich die Nachfrage erhöht.” Immer mehr Studenten finden den Weg zum 49-jährigen Sozialberater. Inzwischen sind es telefonisch oder persönlich bis zu 30 Studierende täglich, die bei ihm um Rat fragen.