veröffentlicht am: 16.01.2003 von admin

Starker Anstieg bei den Beratungs- und Antragszahlen

Die Zahl der Studierenden, die im vergangenen Jahr die Sozialberatung des Studentenwerks OstNiedersachsen am Standort Lüneburg aufgesucht haben, ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 45% gestiegen. Die Zahl der BAföG-Anträge hat um fast 10% zugenommen.
Daran ist zu erkennen, dass die Studienfinanzierung für viele Studierende zu einer immer wichtigeren Frage wird. Michael Klink, Sozialberater des Studentenwerks, erläutert, dass vor allem bei den Themen Jobben als Studierender, Studium mit Kind und Lebensunterhalt während des Examens großer Beratungsbedarf besteht. Im letzten Quartal tauchten vermehrt Fragen zu den nun erstmals drohenden Studiengebühren von 500 Euro pro Semester auf. Die Lüneburger Hochschulen haben inzwischen 2140 Studierende angeschrieben. Sie alle haben die Regelstudienzeit in ihrem Fach um mehr als vier Semester überschritten und fallen damit zumindest theoretisch unter die Gebührenpflicht. Viele von Ihnen haben allerdings einen Antrag auf Befreiung gestellt. Das Gesetz sieht mehrere Fälle vor, in denen sich die Zahlungspflicht verschiebt oder ganz entfällt. Nach ersten Schätzungen der Immatrikulationsämter werden wohl nur etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Angeschriebenen zahlen müssen. Das entspricht aber immerhin rund 10% aller Studierenden.
Für diese Gruppe wird vermutlich weiterer Beratungsbedarf bestehen. Viele müssen schon jetzt neben dem Studium arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Das wird angesichts der neuen Belastung nicht leichter. Klink erklärt sich die gestiegenen Zahlen aber nicht allein mit der wirtschaftlich schwierigeren Lage. Sehr positiv habe sich der Umzug in den Munstermannskamp ausgewirkt: “Alle Beratungsangebote befinden sich jetzt in unmittelbarer Nähe zum Campus und zum FH-Gelände Rotes Feld. So können die Studierenden viel einfacher schnell einmal vorbei kommen, wenn sie eine Frage haben. Von dieser Möglichkeit machen viele Gebrauch.”