veröffentlicht am: 26.08.2003 von admin

Zimmer – dringend gesucht

Wohnheimplätze für Studierende sind in Braunschweig Mangelware. Deshalb bittet das Studentenwerk OstNiedersachsen private Vermieter, die preisgünstigen Wohnraum für Studierende anbieten können, ihr Angebot auf der Seite www.studentenwerk-braunschweig.de unter der Rubrik “Biete & Suche” einzutragen und damit den zukünftigen Braunschweigern zugänglich zu machen. Am virtuellen Schwarzen Brett, das das Studentenwerk im Internet eingerichtet hat, können auch Zimmer- bzw. Wohnungsgesuche von Studierenden eingesehen werden.
Wie dramatisch die Situation ist, zeigt sich daran, dass dem Studentenwerk derzeit rund 650 Wohnheimbewerbungen für September und Oktober vorliegen. Und täglich kommen neue hinzu. Doch die Plätze sind schon lange vergeben. Wer sich jetzt bewirbt, hat keine Chance auf ein Zimmer zum Semesterbeginn, sondern kann frühestens im nächsten Jahr einziehen.
Diese Situation kommt für das Studentenwerk nicht überraschend. Seit Jahren weist man darauf hin, dass in Braunschweig dringend zusätzlicher Wohnraum für Studierende geschaffen werden müsste. Das Land stellt dafür aber keine Mittel zur Verfügung.
Und in näherer Zukunft wird sich die Lage eher noch verschärfen. Nachdem das Studentenwerk schon im vergangenen Jahr Kürzungen der Landesmittel in Höhe von rund 15% verkraften musste, sind für dieses und nächstes Jahr sogar 20% angekündigt. Betroffen sind unter anderem die Mittel für die Sanierung älterer Wohnheime. Geschäftsführer Reginald Rüter: “Wir müssen wohl oder übel Leistungen kürzen bzw. höhere Preise und Mieten verlangen. An eine Erweiterung der Wohnheimkapazitäten aus eigenen Mitteln ist nicht zu denken. Jetzt sind die privaten Vermieter gefragt.”
Besonders treffen wird es einmal mehr die ausländischen Studierenden. Diese kommen z.T. erst in den nächsten Wochen nach Deutschland, kennen die Stadt noch nicht und haben häufig wenig Geld. Außerdem rechnen sie in der Regel nicht damit, dass es in Braunschweig so schwer ist, ein Zimmer zu finden. Erfahrungsgemäß haben ausländische Studierende auf dem freien Wohnungsmarkt deutlich schlechtere Chancen als ihre deutschen Kommilitonen. Reginald Rüter, Geschäftsführer des Studentenwerks ärgert sich: “Im Ausland wird für viele Millionen Werbung für das Studienland Deutschland gemacht, und dann wird der internationale Nachwuchs bei uns teilweise auf der Straße stehen gelassen.”