veröffentlicht am: 10.03.2004 von admin

Finanzielle Lage verschärft

Sowohl die Zahl der BAföG-Anträge als auch die Zahl der Wohnheimbewerbungen ist im vergangenen Jahr im Versorgungsbereich des Studentenwerks OstNiedersachsen deutlich gestiegen. Geschäftsführer Reginald Rüter sieht dies als Zeichen der sich verschärfenden Einkommenssituation bei Eltern und Studierenden: “Immer mehr Familien fällt es schwer, das Studium der Kinder zu finanzieren. Im Zuge dieser Entwicklung erhält günstiger Wohnraum einen immer größeren Stellenwert.”
2003 wurden beim Studentenwerk 11.402 BAföG-Anträge gestellt. Das sind 7,9% mehr als im Jahr zuvor. Das Studentenwerk OstNiedersachsen ist damit klarer Spitzenreiter in Niedersachsen. Insgesamt erhielten im vergangenen Jahr durchschnittlich rund 7.000 Studierende Ausbildungsförderung. Das sind knapp 500 mehr als im Jahr 2002. Die Gesamtförderungssumme betrug mehr als 38 Mio. Euro, eine Steigerung von rund 5,3 Mio. Euro. Der Anteil der Geförderten an der Gesamtzahl der Studierenden stieg von 16,2 auf 17,3%. Diese Entwicklung wird dabei noch gedämpft, da die Einkommensgrenzen für Eltern seit Jahren unverändert sind. Dies wird von Seiten des Studentenwerks kritisiert. Dazu Rüter: “Weder wurden Tariferhöhungen bei der Festlegung der Einkommensgrenzen berücksichtigt, noch die gestiegenen Lebenshaltungskosten bei der Festlegung der Fördersätze. Es gibt auch keine Pläne, dies in näherer Zukunft zu tun. Das führt dazu, dass das BAföG seit der Reform 2001 nach und nach wieder ausgehöhlt wird.” Der Vorschlag des Studentenwerks lautet, zumindest eine Inflations-Anpassung mit in das Gesetz aufzunehmen.
Ein weiteres Indiz für knapper werdende Finanzen ist die stark gestiegene Zahl der Wohnheimbewerbungen. 2003 wurden beim Studentenwerk 4.561 Wohnheimanträge gestellt. Die Steigerung betrug im Vergleich zum Jahr 2002 rund 23 Prozent, im Vergleich zum Jahr 2000 sogar mehr als 50 Prozent. Vor allem zu Semesterbeginn kam es zu langen Wartelisten und -zeiten. Insgesamt erhielten nur zwischen 25 und 40 Prozent der BewerberInnen einen Wohnheimplatz. Alle anderen mussten sich auf dem privaten Wohnungsmarkt umsehen.