veröffentlicht am: 23.01.2004 von admin

Mensen kochen auf Sparflamme

Am Donnerstag, 29. Januar, werden die Mensen des Studentenwerk OstNiedersachsens auf dem Lüneburger Uni-Campus, in der FH Volgershall und der FH Rotes Feld als Protest gegen die jüngsten Sparmaßnahmen der Landesregierung ausschließlich ein “Sparessen” anbieten. Statt Schweineschnitzel, Seelachsfilet oder Gemüsebratling steht an diesem Tag nur ein Teller Erbsensuppe für 1 Euro auf dem Speiseplan, das Würstchen als “Fleischbeilage” kostet 60 Cent extra. Diese Aktion soll verdeutlichen, wie es schon in naher Zukunft in den Mensen aussehen könnte, wenn der Sparkurs des Landes im Hochschulbereich im bisherigen Tempo weitergeführt wird. Das Studentenwerk OstNiedersachsen, zuständig für die Betreuung und Versorgung der Studierenden in Lüneburg, muss dieses Jahr Kürzungen der Landeszuschüsse von rund 600.000 Euro, das sind fast 13%, hinnehmen. Das wäre besser zu verkraften, wenn man vor zwei Jahren nicht schon einmal rund 11% der Mittel gestrichen bekommen hätte. Damals wurde intern gespart und der Semesterbeitrag erhöhte sich von 24,54 Euro auf 31 Euro.
Nun ist man der Auffassung, dass eine Grenze erreicht ist. Um eine weitere Erhöhung der Studienkosten zu vermeiden, werde man, so Geschäftsführer Reginald Rüter, alle denkbaren Einsparmöglichkeiten ergreifen. Dies gilt vor allem im Personalbereich. Mehrere Stellen werden zunächst nicht wieder besetzt. Semestergebühren, Preise und Mieten sollen dafür konstant bleiben. Aber auch die Studierenden müssen Abstriche machen: Die eigentlich für dieses Jahr vorgesehene Internetverkabelung der Wohnanlage “Salzbrücker Straße” wird verschoben.
Das Studentenwerk warnt, dass sich die sozialen Rahmenbedingungen für ein Studium weiter verschlechtern. Im Gegensatz zu den Forderungen aller aktuellen Bildungsstudien, die eine Verbesserung der Ausbildung von Jugendlichen und eine Erhöhung der Studierendenzahlen fordern, würden die Hochschulen und der akademische Nachwuchs immer stärker belastet. Darunter leide vor allem die Qualität des Studiums. Dazu Reginald Rüter, Geschäftsführer des Studentenwerks: “Schon seit Jahren wird der Bau günstigen Wohnraums für Studierende nicht mehr gefördert. Das BAföG ist zur Deckung des Lebensunterhalts nicht ausreichend, wurde seit drei Jahren nicht mehr den steigenden Lebenshaltungskosten angepasst und steht viel zu wenigen Studierenden offen. Das führt dazu, dass viele Studierende neben dem Studium arbeiten müssen. Und wenn sie dadurch länger studieren, kassiert das Land unter Umständen noch 500 Euro Studiengebühren. In welche Richtung diese Entwicklung geht, wollen wir mit dieser Aktionswoche zeigen.”