veröffentlicht am: 22.06.2005 von admin

Studenten der Region weniger mobil

Mehr als die Hälfte der vom Studentenwerk OstNiedersachsen betreuten Studierenden unserer Region hat in Niedersachsen Abitur gemacht, studiert also unweit des Heimatortes. Obwohl 80% vor dem Studium schon mindestens ein Mal im Ausland waren, scheuen viele offenbar davor zurück, während des Studiums Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Dies ergab jetzt die 17. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks. Danach gibt nach Ablauf von acht (Uni) bzw. sechs (FH) Semestern nur ein Viertel der Studierenden zwischen Wolfenbüttel und Lüneburg an, dass sie einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt hinter sich haben. Im Bundesdurchschnitt sind es immerhin 30%. Als Grund für den Auslandsaufenthalt halten sich Auslandsstudium und –praktikum ungefähr die Waage. Auffällig ist der deutliche Unterschied zwischen Männern und Frauen. Rund 43% der Studentinnen haben sich im Ausland weitergebildet aber nur 13% der Studenten. Die Studierenden aus der Region verlassen aber nicht nur selte-ner die heimatlichen Gefilde, sie bleiben auch kürzer in der Fremde. Während der deutsche Durchschnitt 9,2 Semester beträgt, bleiben die Braunschweiger nur 6,5 Semester.
Ein Grund für diese Unterschiede könnte nach Einschätzung des Studentenwerks die soziale Schichtung an den Hochschulen der Region sein. Der Anteil von Studierenden aus niedrigeren sozialen Schichten ist hier höher als im Bundesdurchschnitt. „Bezahlen müssen für den Auslandsaufenthalt oft die Eltern,“ so Reginald Rüter, Geschäftsführer des Studentenwerks, „und wenn dieser Hintergrund schwächer ist, überlegen es sich die Studierenden, ob sie sich das leisten können.“ Als Hauptgrund, der gegen einen Auslandsaufenthalt während des Studiums spricht, nannten die Studierenden folgerichtig die finanzielle Mehrbelastung, gefolgt von der Trennung vom Partner/der Partnerin, Kind(ern) und Freunden. Immerhin rund 23% gaben allerdings auch die eigene Trägheit als wichtigen Hinderungsgrund an.
Auffällig ist angesichts der besonderen sozialen Schichtung, dass aus der Region nur rund neun Prozent mit einem Stipendium ins Ausland gehen, während es bundesweit ungefähr ein Fünftel aller Studierenden sind. Dafür hat man auch beim Studentenwerk keine Erklärung.