veröffentlicht am: 14.09.2007 von admin

Neue Zahlen zur sozialen Lage der Studierenden in Nordostniedersachsen

Das Deutsche Studentenwerk (DSW) hat jetzt die Regionalauswertung der 18. Sozialerhebung zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden veröffentlicht. Für den Versorgungsbereich des Studentenwerks OstNiedersachsen wurden die Hochschulstandorte Braunschweig, Lüneburg, Suderburg, Buxtehude, Hildesheim, Holzminden, Wolfenbüttel, Wolfsburg und Salzgitter berücksichtigt. Im Vergleich der Zahlen wird deutlich, dass sich die Studierenden dieser Region in einigen Punkten von ihren Kommilitonen im Rest Deutschlands unterscheiden.

Sie sind im Schnitt mit 25,9 Jahren etwas älter als ihre Mitstreiter an anderen Hochschulstandorten (Bund: 24,9), studieren dafür aber schneller. Nur 8,1 % sind bereits im 11. oder einem höheren Semester, im Bundesdurchschnitt sind es 10,5 %. Insgesamt hat das Tempo jedoch zugenommen, denn 2003 haben noch 15 % der Studierenden im Versorgungsgebiet des Studentenwerks OstNiedersachsen mehr als 10 Semester für ihr Studium gebraucht.

Offenbar fühlen sich die Studierenden wohl in der Region, denn 90,1 % bleiben ihrem Studienort treu und wechseln während ihres Studiums die Hochschule nicht (Bund: 84 %). 2003 lag diese Zahl noch bei 84,3 %.
Auch zieht es die Studierenden heute weniger häufig in die Ferne: Vor vier Jahren hielten sich noch 25,8 % im Zusammenhang mit ihrem Studium vorübergehend im Ausland auf, heute sind es nur noch 18,8 %, damit aber noch leicht mehr als der Bundesschnitt mit 17,9 %.

Der Anteil der Studierenden, die aus mittleren oder unteren sozialen Schichten kommen, ist im Bereich des Studentenwerks OstNiedersachsen im Vergleich zu 2003 leicht angestiegen. Mit 46, 7 % liegt er weiterhin deutlich höher als auf Bundesebene. Auf die gesamte Bundesrepublik gerechnet, kommen nur 38,6 Prozent der Studierenden nicht aus gehobenen oder hohen sozialen Verhältnissen.

Im Schnitt stehen den Studierenden der Region monatlich 650,50 € an Einnahmen zur Verfügung (Bund: 648,60 €). Mehr als 80 % werden von den Eltern unterstützt, 24 % bekommen BAföG (Bund 23,2 %). Mehr als zwei Drittel der Studierenden jobben neben dem Studium und verdienen dabei durchschnittlich netto 8,90 € in der Stunde – übrigens 50 Cent weniger als im Bundesschnitt. Um zusätzlich Geld in die Kasse zu bekommen, werden im Schnitt 7,5 Stunden wöchentlich gearbeitet. Dabei fällt auf, dass die Studentinnen im Bereich des Studentenwerks OstNiedersachsen mehr Zeit für’s Jobben investieren als ihre männlichen Mitstreiter: durchschnittlich arbeiten sie 9 Stunden pro Woche, Studenten gehen lediglich 6 Stunden einer Tätigkeit gegen Bezahlung nach. Bundesweit liegen die Zahlen für Studentinnen bei 6,5 Stunden, für Studenten bei 6,9.
Insgesamt gesehen kann von Faulenzen der Studierenden keine Rede sein: Rechnet man den durchschnittlichen Zeitaufwand für Studium und Erwerbstätigkeit zusammen, so kommt man auf eine 40,5-Stunden-Woche (Bund: 41,1 h).