veröffentlicht am: 18.09.2009 von Christiane Thoroe

„Rasselbande“ feierte nach Umzug

Neues Zuhause im Leesterhaus für Musik und Kultur

Was lange währt wird endlich gut – so heißt es im Volksmund. Und dass sich eine gehörige Portion Wahrheit hinter diesem Spruch verbirgt, das haben die Kolleginnen der Kita Rasselbande in Hildesheim selbst erlebt. Nach monatelangem Bangen, Planen und Organisieren wurde am 17. September der Umzug in das neue Leesterhaus für Musik und Kultur – und in das neue Zuhause der Rasselbande – mit vielen Gästen aus Politik, Verwaltung und Hochschule gefeiert.

Ein ganzer Reigen an Festrednern – allen voran Stifter Gerd Leester und Hildesheims Oberbürgermeister Kurt Machens – spendeten wortreich Applaus für die neue Einrichtung als künftigen Treffpunkt für kulturelle und musische Bildung. Wie das schon bei den Kleinsten aussehen kann, demonstrierte Erzieherin Maren Ölkers. Gemeinsam mit einigen Mädchen und Jungen der Rasselbande zeigte sie, was auch der Nachwuchs schon drauf hat und begeisterte die Gäste mit dem Lied „Heut ist ein schöner Tag“. Auch die kurze Geschichte vom kleinen Schaf, das nicht über den Zaun springen wollte, sorgte für ausgelassene Stimmung und zeigte die große Freude des Rasselbande-Teams über das neue Zuhause.

Mit dem Umzug in das „Leesterhaus für Musik und Kultur“ hat die Kindertagesstätte nun nicht nur schicke und funktionsgerechte Räume, sondern gab sich auch gleich einen neuen, einzigartigen musischen Schwerpunkt. Möglich machte dies die unmittelbare Nähe zur Musikschule.

Ziel des neuen Konzepts ist die Verzahnung der unterschiedlichen Fachkompetenzen der Universität Hildesheim, der Musikschule und der „Rasselbande“. Die Kinder sollen Musik schon in ganz jungem Alter kennen lernen und im ursprüng­lichen Wortsinn „begreifen“. Frühe, spielerische Begegnungen mit Musikinstrumenten, Rhythmen, Tönen und Melodien sollen in den Kita-Alltag integriert werden. Hören und Wiedergeben fördert die Sprachentwicklung; Rhythmus und Bewegung schult die motorische Koordination und die Wahrnehmung von Raum-/ Zeitprozessen; Erlebnisse mit Klang und Akustik führen zu quasi naturwissenschaftlichen Erfahrungen; gemeinsames Musizieren fördert die Selbstwahrnehmung im Kontakt mit den anderen und steigert die soziale Kompetenz. Das Besondere in der Rasselbande ist, dass bereits die Krippengruppen, also die kleinsten Kinder unter drei Jahren, in diese musische Förderung miteinbezogen werden. „Das unterscheidet uns wesent­lich von anderen schon existierenden Musikkitas, die ihre Tätigkeit meist auf den Kindergartenbereich, also Kinder ab drei Jahren, konzentrieren“, betonte Studentenwerks-Geschäftsführer Sönke Nimz in seiner Festrede anlässlich der Eröffnung der neuen Räume, „und das macht unsere Kita so einmalig“.

Zunächst zweimal pro Woche kommen Mitarbeiter/innen der Musikschule in die Gruppen, um mit den Kindern z.B. zu singen, zu klatschen oder Musikinstrumente auszuprobieren. Die Erfahrungen, die die Kinder dort sammeln, sollen dann in den Alltag integriert werden.

In der „neuen“ Kita werden bis zu 70 Kinder in drei Krippen­gruppen und einer Kindergartengruppe von insgesamt zwölf Kolleginnen und Kollegen betreut. Die Räume bieten mehr als 500 m² Platz. Ein besonderer „Hingucker“ sind die in jedem Gruppenraum vorhandenen Spiel- und Arbeitsplätze vor den Fenstern, die von den Kindern als Bänke, zum Klettern oder als Arbeitstische genutzt werden können. Das Außengelände bietet mit Netzschaukel, Hängematte, Hangrutsche und Klettergerüst genug Raum zum Toben, Rennen und Klettern. Besonders reizvoll wird der Spielplatz durch den Bestand alter Linden, die den Garten beschatten.