veröffentlicht am: 7.10.2010 von Carena Giesemann

Austellung in Lüneburg: “… um die Stimme der Frauen”

 

Wahlplakate von 1919 bis 2005 – ein kulturgeschichtlicher Rückblick.

Ausstellung_Lueneburg_2010Ausstellung des Kulturbüros des Studentenwerks im Bibliotheksfoyer der Leuphana Universität Lüneburg.

Zum Beginn des Wintersemesters zeigt das Kulturbüro des Studentenwerks im Foyer der Bibliothek der Leuphana Universität, unterstützt vom Frauen- und Gleichstellungsbüro, die Ausstellung “… um die Stimme der Frauen”, ein kulturgeschichtlicher Rückblick zu 90 Jahren Frauenwahlrecht:  eine Reihe von 40 Wahlplakaten von 1919 bis zur Bundestagswahl 2005.

Noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren Frauen vom Recht, sich zur Wahl aufstellen zu lassen und sogar vom Wahlrecht selbst ausgeschlossen.
Und nicht nur das: In verschiedenen Ländern des Kaiserreichs galt zwischen 1850 und 1908 ein Vereinsgesetz “das Frauenspersonen, Geisteskranken, Schülern und Lehrlingen” die Mitgliedschaft in politischen Vereinen untersagte. Erst 1919 mit der Wahl zur Nationalversammlung war die Premiere des Frauenwahlrechts in Deutschland. Ihr war ein langer Kampf der Frauenbewegung für politische Partizipation seit der Revolution von 1848 vorausgegangen.

Die Ausstellung in der Leuphana Universität zeigt, wie seit der Einführung des Wahlrechts für Frauen im Jahr 1919 die verschiedenen Parteien um die Stimme der Frauen warben – sie stellten zumeist die Mehrheit der wahlberechtigten Bevölkerung.
Besonders in den weniger bekannten historischen Wahlplakaten dokumentiert die Ausstellung einen ganz besonderen Aspekt deutscher Zeitgeschichte: In ihnen spiegeln sich nicht nur die Weltanschauungen der Parteien vor dem spezifischen historischen Hintergrund, sondern zugleich das jeweils propagierte Frauenbild.
Die Plakate dokumentieren in ihrer geschlechtsspezifischen Themenwahl, transportiert durch eine der Zeit entsprechenden Bildsprache, die Kontinuität stereotyper Frauenbilder, wie die Reduzierung der Frau auf eine untergeordnete Hausfrauen- und Mutterrolle und parallel dazu die Entwicklung eines emanzipatorischen Bewusstseins.

Die Ausstellung, erstmals vom Verein zur Förderung der Frauenpolitik in Niedersachsen e.V im niedersächsischen Landtag präsentiert,  wurde im Rahmen des Seminar “Dokumentation – Präsentation – Ausstellung” unter Leitung von Claudia Jonischkies mit Studierenden für ein Präsentation an der Leuphana Universität vorbereitet.

Begleitend zur Ausstellung eine Veranstaltung des  Frauen- und Gleichstellungsbüro der Universität:  Vortrag von Prof. Dr. Dagmar Bussiek, Leuphana Universität Informationen hierzu: Dr.  Kathrin van Riesen; vriesen@uni.leuphana.de
Die Ausstellung “… um die Stimme der Frauen” ist vom 30. September bis 5. November 2010 im Foyer der Bibliothek der Leuphana Universität Lüneburg zu sehen. Mo bis Fr  9.00 – 20.00 Uhr,  Sa 10.00 – 18.00 Uhr.

 
Kontakt und Informationen zur Ausstellung:
Kulturbüro des Studentenwerks OstNiedersachsen am Standort Lüneburg, Claudia Jonischkies, Tel: 04131- 78 96 321, kultur.lg@stw-on.de