veröffentlicht am: 6.04.2010 von Pressestelle (CR)

“Trotz bildet Freiheit” – Neue Ausstellung im SoSe 2010 in Lüneburg

Zum Auftakt der Vorlesungszeit im Sommersemester zeigt das Kulturbüro des Studentenwerks im Foyer der Bibliothek auf dem Campus der Leuphana
Universität eine neue Ausstellung, zusammengestellt von Dr. Werner H. Preuß: Arbeiten von Jean Leppien zum 100. Geburtstag des Bauhauskünstlers, parallel dazu Arbeiten von Rudolf Führmann, ein dem Expressionismus verbundener Maler.

Beide Künstler lebten zeitweise in Lüneburg und waren, so Dr. Werner H. Preuß: „Künstler mit Charakter. Während der Nationalsozialismus lebten sie im französischen Exil. Sie meldeten sich zur Fremdenlegion, wurden nach Deutschland ausgeliefert, in Konzentrationslager und Zuchthäuser gesperrt und entkamen nur knapp dem Tode.“

Jean Leppien, geboren am 8. April 1910 in Lüneburg und Schüler des Lüneburger Johanneums bis 1929, gehört zu den wichtigsten französischen Malern des Abstrakten. In den Jahren 1929/30 studierte Leppien bei Josef Albers, Paul Klee und Wassily Kandinsky am Bauhaus Dessau. Von 1930 bis 1932 arbeitete er im Atelier von Moholy-Nagy und studierte Fotografie an der Itten-Schule bei Lucia Moholy in Berlin. 1933 emigrierte Leppien nach Frankreich mit seiner jüdischen Frau, der ehemaligen Bauhausstudentin  Suzanne Markos-Ney. 1944 wurde er als Mitglied des Widerstands von den Nationalsozialisten verhaftet und in Deutschland zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Er überlebte, ebenso auch seine Frau, die ins Konzentrationslager Auschwitz verschleppt worden war. Nach Kriegsende kehrte Leppien nach Frankreich zurück und starb 1991 in Paris, international anerkannt als bedeutender Künstler des abstrakten, geometrischen Stils. Leppiens Werke wurden in über 100 Einzelausstellungen weltweit gezeigt. Der künstlerische Nachlass Leppiens lagert seit Kurzem im Stadtarchiv Lüneburg.

Die Präsentation der Arbeiten der beiden Künstler Leppien und Führmann im Foyer der Bibliothek ist der Auftakt der Ausstellungsreihe des Kulturbüros im Sommersemesters mit Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts geboren wurden und deren künstlerische Entwicklung besonders durch die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland geprägt ist. Es folgt im Mai eine Ausstellung zu der Künstlerin Helga Weissova mit Zeichnungen aus den KZs Theresienstadt/ Auschwitz und im Juni eine Dokumentation zu Leben und  Werk von Heinrich Böll.

Die Ausstellung „Trotz bildet Freiheit – der Bauhauskünstler Jean Leppien und der Expressionist Rudolf Führmann“ ist vom 7. bis 30. April im Foyer der Bibliothek der Leuphana Universität Lüneburg zu sehen.
Öffnungszeiten:  Mo – Do  8.30 – 21 Uhr, Fr 8.30 – 20 Uhr, Sa 10 – 18 Uhr.

Am Mittwoch, 7. April um 18 Uhr wird die Ausstellung mit einem Vortrag von Dr. Werner H. Preuß im Hörsaal 4 auf dem Campus der Leuphana
Universität eröffnet. Im Anschluss daran um 20 Uhr Empfang und Gespräch in der Ausstellung.

Kontakt und Informationen:
Kulturbüro, Claudia Jonischkies, Tel: 04131- 78 96 321,  kultur.lg@stw-on.de