veröffentlicht am: 7.12.2011 von Kulturbüro Lüneburg
Fotografie von Studierenden aus dem Projekt „Fotografie – Medium zwischen Dokumentation und Manipulation im Komplementärstudium.
Noch bis zum 25. November ist im Foyer der Bibliothek der Leuphana Universität Lüneburg die zweite Ausstellung aus dem Projekt im Komplementärstudium „Fotografie – Medium zwischen Dokumentation und Manipulation“, geleitet von Claudia Jonischkies, Kulturreferentin des Studentenwerks, zu sehen.
Nachdem im ersten Teil des Projekts das Thema „Fotografie als Inszenierung“ im Mittelpunkt stand, stellen die Studierenden in dieser zweiten Ausstellung Fotoarbeiten zum Thema „Dokumentation“ aus der Projektarbeit des Seminars vor.
Dokumentiert wird studentisches Leben, nicht im Hörsaal oder Seminarraum, sondern im privaten Bereich: zuhause – in der WG.
Die Fotoserien zeigen studentisches Leben, indem sie den Blick auf das Alltägliche richten: die Ansichten eines Zimmers in der Wohngemeinschaft, aus verschiedenen Blickwinkeln, ein Schreibtisch, ein Regal, ein Bett, ein Sessel, die an die Wand gepinnten Bilder.
Weitere Serien geben Einblicke in die Badezimmer der studentischen WGs, mit Serien von Zahnputzbechern und Zahnbürsten. Oder die Küche mit Nahaufnahmen der Arbeitsflächen, dem sortierten Müll und den üblichen Abwaschbergen, die anzeigen, dass hier mehrere Personen leben, zusammen kochen und essen … doch wer wäscht ab?
Die Fotografien zeigen in einer umfangreichen Zusammenstellung von Momentaufnahmen studentisches Leben aus einer besonderen Perspektive, gewähren einen Blick in den ganz privaten Wohnbereich, in Räume, so wie sie sind: bewohnt – in der lebendigen Ordnung des täglichen Lebens.
Gemeinsam ist den Fotoserien, dass hier versucht wird, studentisches Leben zu charakterisieren, ohne dabei Personen abzulichten, nur indem das Alltägliche in den Mittelpunkt gerückt wird. Und doch, trotz des nüchternen, dokumentarischen Blicks auf die alltäglichen, ja belanglos erscheinenden Dinge des Lebens und der streng formalen Anordnung der Fotografien in Serien, scheint in den einzelnen Fotoserien das ganz Persönliche, Individuelle und Intime hervor, erzählen die Fotoserien Geschichten von einzelnen Menschen, vom (Zusammen-)leben.
Daneben widmet sich eine weitere Fotoserie, die in der Ausstellung zu sehen ist, dem Thema „AStA-Wohnzimmer“ in Gebäude 9, einem Ort kultureller Begegnung und Entspannung für Studierende auf dem Unicampus .
Zum Ausstellungsprojekt:
Im Mittelpunkt des Ausstellungsprojekts steht das Seminar „Fotografie – Medium zwischen Dokumentation und Manipulation“, eine Einführung in Methoden der Visuellen Kommunikation im Komplementärstudium, geleitet von Claudia Jonischkies, begleitet von den studentischen Tutorinnen Lisa Mordhorst und Carolin Düwel.
Das Medium Fotografie ist in (fast) allen gesellschaftlichen Bereichen gegenwärtig, bewegt sich zwischen vermeintlich objektiver Darstellung in der Abbildung von „Realität“, subjektiver Manipulation, individueller Alltagsästhetik und ist in allen Erscheinungsformen ein unsere Gesellschaft prägendes Mittel der Kommunikation: Spontanfotografie im Alltag und das besonders bei Jugendlichen weit verbreitete Phänomen der Kommunikation mit Handy-Fotos; Fotografie als Mittel der Dokumentation – der Beweis- und Spurensicherung; Fotografie als Mittel der eigenen Selbstvergewisserung – als Rohstoff der Erinnerung; Fotografie als Inszenierung.
Das Seminar und die Ausstellungsreihe analysieren und begreifen Fotografie besonders von ihrer Intention und Funktion her und überprüfen die Erkenntnis in der praktischen Anwendung. Damit erarbeiten Studierende aller Studiengänge systematisch einen direkten Zugang zur bewusst eingesetzten Bild-Sprache und wenden sie nachfolgend für eigene fachspezifische Präsentationen an.
Die Präsentation im Foyer der Bibliothek auf dem Unicampus ist vom 7. bis 25.11. 2011 zu sehen.
Mo bis Fr 8.30 – 23 Uhr; Sa und So 10 – 18 Uhr
Kontakt und Informationen:
Kulturbüro des Studentenwerks OstNiedersachsen, Claudia Jonischkies
Tel: 04131 – 78 96 321; kultur.lg@stw-on.de