veröffentlicht am: 2.03.2011 von Kulturbüro Lüneburg

Ausstellung “Musik im okkupierten Polen”

„Musik im okkupierten Polen 1939 – 1945“

Eine Ausstellung im Foyer der Bibliothek der Leuphana Universität Lüneburg.

Zum Ende des Wintersemesters ist im Foyer der Bibliothek auf dem Campus der Leuphana Universität die Ausstellung „Musik im okkupierten Polen 1939 – 1945“ der Musikwissenschaftlerin Dr. Katarzyna Naliwajek-Mazurek von der Universität Warschau zu sehen.

Dr. Katarzyna Naliwajek-Mazurek widmete sich in einer Forschungsarbeit, für die  sie im Januar 2011 mit dem Hosenfeld/Szpilman-Gedenkpreis in der Leuphana Universität ausgezeichnet wurde, einem bis heute in der deutschen Musikwissenschaft eher vernachlässigten Themengebiet: der planmäßigen Zerstörung der Musikkultur Polens in den Jahren der Besetzung durch das nationalsozialistische Deutschland.

Aktiv unterstützt von dem Berliner Musikverleger und Musikwissenschaftler Frank Harders-Wuthenow entstand auf der Grundlage dieser Forschungsarbeit eine umfangreiche Dokumentation mit 40 Text-/Bildtafeln, Hörstationen und Filmdokumenten.

In einem dichten Zusammenspiel von Text-, Bild-, Ton- und Filmmaterial vermittelt die Präsentation Einblicke in musikwissenschaftliche und zugleich kulturhistorische Zusammenhänge und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einem bisher kaum bearbeiteten Kapitel deutsch-polnischer Geschichte.

Beginnend mit der Darstellung des  blühenden Musiklebens in der Zeit vor 1939 veranschaulichen die Tafeln wie mit Beginn des Krieges und der Aufteilung Polens zwischen Deutschland und der Sowjetunion die hoch entwickelte, vielfältige Musikkultur Polens in den folgenden Jahren systematisch zurückgedrängt und zerstört wurde.  Schulen und Universitäten wurden geschlossen, Orchester aufgelöst, öffentliche Konzerte verboten, Musiker/ Musikerinnen und Wissenschaftler/ Wissenschaftlerinnen, Intellektuelle verfolgt und ermordet.  Die professionelle Musik konnte nur noch im privaten Bereich und im Untergrund überleben.

Die Ausstellung gibt einen umfassenden kulturhistorischen Überblick, dokumentiert das Musikleben in verschiedenen Städten wie u. a. Warschau, Krakau, Lodz und vermittelt eingebunden in den historischen Kontext anschaulich Einzelschicksale polnischer Musiker und Musikerinnen.

Hier begegnen uns Namen wie der Pianist Artur Rubinstein, Wladyslaw Szpilman, Komponisten wie Karol Szymanowski und Frédéric Chopin.

Daneben ist ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung dem Musikleben und der Verfolgung der Sinti und Roma gewidmet.

Und nicht zuletzt zeigt die Ausstellung sehr eindringlich:

Die Musik im besetzten Polen zeugt vom Widerstandsgeist der Menschen auch unter extremen Lebensbedingungen und war für viele in einer Zeit der höchsten Not und Verzweiflung ein Ausdruck der Hoffnung.

Damit reiht sich diese Dokumentation ein in den 2009 begonnenen Ausstellungszyklus „Kunst und Kultur als (Über-) lebensmittel mit Ausstellungen u. a. zur Kunst/ Kultur im  KZ Theresienstadt und leistet im Rahmen der Kulturförderung für Studierende an der Leuphana Universität einen wichtigen Beitrag: anhand überlieferter Dokumente Vergangenheit zu begreifen und ein eigenes Geschichtsbewusstsein zu entwickeln.

Die Ausstellung „Musik im okkupierten Polen“ ist vom 8.  bis 24. Februar im Foyer der Bibliothek der Leuphana Universität Lüneburg zu sehen.

Mo – Do 8.30 – 21 Uhr, Fr 8.30 – 20 Uhr, Sa 10 – 18 Uhr.

Informationen zur Ausstellung:

Dr. Kathrin van Riesen, vriesen@leuphana.de

Leuphana Universität Lüneburg

Kontakt:

Kulturbüro des Studentenwerks

Claudia Jonischkies, Tel: 04131- 78 96 321

kultur.lg@stw-on.de