veröffentlicht am: 28.04.2011 von Kulturbüro Lüneburg

“y qué sae?”

Fotografie von Lisa Mordhorst

Eine Ausstellung des Kulturbüros des Studentenwerks im Foyer der Bibliothek der Leuphana Universität Lüneburg.

Zu Beginn des Sommersemesters zeigt das Kulturbüro des Studentenwerks im Foyer der Universitätsbibliothek Fotografien von Lisa Mordhorst, Studentin der Leuphana Universität im Studiengang Angewandte Kulturwissenschaften.

Als DAAD-Stipendiatin verbrachte Lisa Mordhorst im vergangenen Jahr ein Auslandssemester an der Universität ARCIS, der Universität für Kunst und Sozialwissenschaften in Santiago de Chile, einer Partneruniversität der Leuphana Universität Lüneburg. Als Abschlussarbeit im künstlerischen Fach Fotografie entstand dort die Fotoserie „Kommentare 1 und 2“, die sich dem Thema „Graffitis als politische Äußerung im öffentlichen Raum“ widmen.

Mit einer Methode, die unter dem Begriff „Light painting“ bekannt ist, versucht Lisa Mordhorst eine Annäherung und zugleich Interpretation der Graffitis, Schriftzüge und politischen Parolen im öffentlichen Raum der Großstadtstraßen von Santiago. Den Graffitis auf Hauswänden, einem eher illegalen Medium der Kommunikation, wird hier eine zweite Dimension hinzugefügt: mit Licht gemalte Kommentare als Reaktion auf die gesprühten Parolen. Der Lichtschein einer Taschenlampe schreibt bei Dunkelheit vor der mit Graffitis besprühten Wandfläche ein Wort oder einen Satz als Kommentar in die Luft.

Anders als gesprühte Farbe, die sich den Hauswänden quasi einbrennt, ist der durch die Bewegung der Taschenlampe erzeugte Lichtschein flüchtig und kann nur durch das Medium der Fotografie festgehalten werden. Während Fotografie im Allgemeinen den Augenblick des „Klick“, des Auslösens, fixiert und damit unfähig ist, Bewegung als eine fließende Abfolge von Momenten einzufangen, wird hier durch die besondere Methode der Langzeitbelichtung bei Nacht die Bewegung des Lichtscheins einer Taschenlampe in einem einzigen Bild komprimiert. „Muerte a las clases sociales – libertad a los presos del consumo – y qué sae ?  …”

Es sind mit Licht gemalte Antworten auf die gesprühten Parolen an den Hauswänden, wie flüchtige Gedankenfetzen, die im Vorbeigehen aufleuchten und wieder verblassen.

Die zweite Fotoserie mit dem Titel „Bewegungsmomente“, entstanden im Projekt „Toolbox – Praxis Kultur“ im Rahmen des Komplementärstudiums an der Leuphana Universität, widmet sich dem Thema Momentaufnahmen von einer anderen Seite.

Gezeigt wird hier eine eher unspektakuläre Straßenszene in einer Abfolge von 18 in kurzen zeitlichen Abständen hintereinander fotografierten  Bildern.

Eine alltägliche Szene, Menschen, die durch eine Fußgängerzone eilen, hier jedoch mit dem Medium der Fotografie auf eine besondere Weise dokumentiert:  durch eine gezielt abgestufte Überbelichtung wird die Ästhetik des Flüchtigen dieser Straßenszene, analog zum selektiven visuellen menschlichen Wahrnehmungsvermögen eingefangen. Die verblassenden Bilder mit den schattenhaft dahineilenden Menschen werden zu Skizzen, ähneln flüchtig hingetupften Aquarellen.

Die Ausstellung „Y qué  sae?“ ist vom 1. bis 28. April 2011 im Foyer der Bibliothek der Leuphana Universität Lüneburg zu sehen.

Mo – Do 8.30 – 21 Uhr, Fr 8.30 – 20 Uhr, Sa 10 – 18 Uhr.

Kontakt:

Kulturbüro des Studentenwerks

Claudia Jonischkies, Tel: 04131- 78 96 321

kultur.lg@stw-on.de