veröffentlicht am: 21.05.2014 von Petra Syring

Höherer Semesterbeitrag sichert Vielfalt im Angebot und Erhalt der Wohnheime

Das Studentenwerk OstNiedersachsen sieht sich gezwungen, zum Wintersemester 2014/15 den Semesterbeitrag um 35 € anzuheben. Vorstand und Verwaltungsrat stimmten der drastischen Erhöhung einstimmig zu.

Die Studierenden zahlen künftig je nach Studienort zwischen 12 und 94 Euro Beitrag:

  • Braunschweig, Clausthal, Hildesheim,
    Lüneburg, Suderburg, Wolfenbüttel und Wolfsburg:     94,00 €
  • Holzminden:                                                                      70,00 €
  • Buxtehude:                                                                         24,00 €
  • Salzgitter:                                                                           12,00 €

Der Beitrag erhöht sich zu jedem folgenden Wintersemester:

  • für die Standorte Braunschweig, Clausthal, Hildesheim,
    Lüneburg, Suderburg, Wolfenbüttel und Wolfsburg:     um jeweils     2,00 €
  • für den Standort Holzminden:                                         um jeweils     1,50 €
  • für die Standorte Buxtehude und Salzgitter:                  um jeweils     0,50 €

 

„Sowohl im Vorstand als auch im Verwaltungsrat wurden Alternativen zur Beitragsanhebung intensiv diskutiert“, erläutert STW-Geschäftsführer Sönke Nimz. „Es war jedoch einhellige Meinung, dass das Studentenwerk OstNiedersachsen an seinem umfangreichen Leistungsspektrum, das sich in seiner Vielfalt positiv vom Angebot anderer Studentenwerke in Niedersachsen unterscheidet, festhalten soll.“

Das bedeutet konkret, dass das Studentenwerk auch weiterhin den Auftrag hat, Leistungen anzubieten, die über die Grundversorgung hinausgehen und aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht zu vertreten, aber im Interesse der Studierenden sind. Dazu gehört – je nach Standort – z.B. die Mensaverpflegung in den Semesterferien oder am Abend. Auch in die Kinderbetreuung muss das Studentenwerk – trotz Elternbeiträgen – in erheblichem Umfang Eigenmittel einbringen. Weitere Angebote wie Kulturbüros, Psychotherapeutische Beratung, Sozialberatung oder Rechtsberatung sind auch weiterhin für Studierende vollständig kostenlos.

Von anderen Studentenwerken werden vergleichbare Angebote z.T. gar nicht gemacht, das Studentenwerk OstNiedersachsen leistet sie sogar an verhältnismäßig kleinen Standorten mit weniger als 10.000 Studierenden – auch in Zukunft.

Eigentlicher Grund für den zusätzlichen Finanzbedarf und die damit notwendige Beitragserhöhung ist der hohe Sanierungsbedarf in den Wohnheimen des Studentenwerks. Die dafür erforderlichen Finanzmittel können nicht ohne Weiteres aufgebracht werden. Das hat auch historische Ursachen. Bei der Finanzierung der Wohnheime ging das Studentenwerk davon aus, dass das Land später die Sanierungskosten in Höhe seiner Zuschüsse anteilig übernimmt – eine damals gängige Praxis. Vorgesorgt wurde deshalb nur für den Anteil des Studentenwerks. Die Mieten wurden entsprechend niedrig kalkuliert. Mittlerweile hat das Land jedoch alle Mittel gestrichen. Die Folge: Eine Unterdeckung des Finanzbedarfs beim Studentenwerk.

Der Landesrechnungshof schreibt dazu in 2013 wörtlich:
“dass wir [der Landesrechnungshof] die besonderen Belastungen des StW ON [Studentenwerk OstNiedersachsen] anerkennen, die Sie zu teilweise drastischen Maßnahmen in Bezug auf Ihre Einnahmen und Rücklagen veranlasst haben. Diese Belastungen entstehen einerseits durch die erheblichen Schulden, die das ehemalige Studentenwerk Clausthal hinterlassen hat, andererseits durch den Sanierungsstau bei den vielen älteren Wohnheimen (insbesondere Wohnheim Rebenring). Die aus letzterem entstehenden jährlichen Kosten […] dürften sie ohne Hilfe des Landes kaum finanzieren können. Letztlich ist das Land für diesen Sanierungsstau mitverantwortlich, da es ursprünglich zugesagt hatte, erforderliche Erneuerungsmaßnahmen mitzufinanzieren, was in den ersten Jahren nach der bezuschussten Errichtung der alten Wohnheime eine ausreichende Kalkulation der Mieten verhinderte.”

Um die Wohnheime dennoch zu erhalten, musste das Studentenwerk in den vergangenen Jahren zur Finanzierung der notwendigen Sanierungsmaßnahmen in erheblichem Umfang auf Darlehen zurückgreifen. Für diese Darlehen werden Zinsen fällig, die das Jahresergebnis zusätzlich belasten. „Da die Finanzmittel des Landes seit 2001 insgesamt deutlich zurückgegangen sind und auch zukünftig nicht mit steigenden Zuweisungen gerechnet werden kann, war eine Anhebung des Semesterbeitrags unumgänglich“, so Nimz.