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Urlaubssemester

Ein Urlaubssemester ist eine offizielle Studienunterbrechung, in der  i.d.R. keine Studienleistungen erbracht werden können. Ein Urlaubssemester wird nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet und zählt nicht als Fachsemester.

Eine offizielle Studienunterbrechung kann aus den verschiedensten Gründen notwendig sein, unter anderem:

  • Krankheit
  • Auslandsaufenthalt
  • familiäre Gründe
  • Mitarbeit in der studentischen Selbstverwaltung.

Ein Urlaubssemester kann für insgesamt vier Semester eingelegt werden.
Leistungsnachweise und Prüfungsleistungen dürfen nicht erbracht werden.
Im ersten Semester ist eine Beurlaubung nicht zulässig.

Der Urlaubsantrag kann bis zum Ende der Rückmeldefrist für das entsprechende Semester gestellt werden – spätestens jedoch innerhalb eines Monats nach Vorlesungsbeginn.

Die formalen Voraussetzungen für ein Urlaubssemester können an den Hochschulen unterschiedlich ausgelegt werden. Von daher ist es wichtig, dass Sie sich direkt bei Ihrer Hochschule  erkundigen!

Immatrikulationsamt der HBK

Immatrikulationsamt der TU Braunschweig

Immatrikulationsbüro der Ostfalia

 

Welche Auswirkungen hat ein Urlaubssemester auf die Studienfinanzierung?
Welche Faktoren sollten noch bedacht werden?

Sie müssen wissen, dass Sie in dieser Phase nicht in allen Belangen unbedingt einen Studierendenstatus besitzen (trotz der Tatsache, dass Sie eingeschriebene/r Studierende/r sind).

BAföG
Das BAföG-Amt muss unbedingt über das eingelegte Urlaubssemester informiert werden: Es besteht nämlich kein BAföG-Anspruch! Sollte man sich rückwirkend beurlauben lassen und hat bereits BAföG für diesen Zeitraum erhalten, so wird das Geld vom BAföG-Amt zurückgefordert.

Krankenversicherung
Wer über die Eltern familienversichert ist, kann diese weiterhin nutzen, das gleiche gilt für die studentische Pflichtversicherung. Zu beachten ist jedoch auch hier die Einkommensgrenze durch eine geringfügige Beschäftigung, da ansonsten die Versicherungspflicht als Arbeitnehmer greift (s. Jobben).
Wer privat über die Eltern krankenversichert ist (Beihilfe), beachte bitte den folgenden Punkt zum Kindergeld, da die Beihilfe und das Kindergeld unmittelbar zusammenhängen. Das bedeutet: fällt das Kindergeld weg, ist auch die Beihilfeberechtigung nicht mehr gegeben.

Kindergeld
Ein Anspruch auf Kindergeld besteht in einem Urlaubssemester zunächst nicht, es gibt jedoch einige Ausnahmen.

Keinen Kindergeldanspruch hat derjenige, der sich aufgrund von

  • Gremientätigkeit,
  • Kindererziehung oder
  • Erwerbstätigkeit

beurlauben lässt.

Es besteht aber weiterhin ein Kindergeldanspruch, wenn ein Urlaubssemester eingelegt wird aufgrund von:

  • Krankheit
  • Praktikum (in Zusammenhang mit der Ausbildung)
  • Prüfungsvorbereitung
  • Spracherwerb im Ausland
  • Mutterschutzfrist

Die detaillierten Regelungen hierzu finden Sie in der Dienstanweisung zum Kindergeld Punkt A 14.7 (PDF).

Jobben
Der Werkstudentenstatus entfällt – das bedeutet: sofern regelmäßig mehr als 450 Euro durch einen Minijob verdient wird, tritt die volle Sozialversicherungspflicht als Arbeitnehmer ein; eine eventuelle Familienversicherung oder studentische Pflichtversicherung entfällt (s. Krankenversicherung).

Arbeitslosengeld I/ALG II/Wohngeld
Da kein BAföG-Anspruch besteht, besteht die Möglichkeit entweder ALG I, ALG II oder Wohngeld zu beantragen – natürlich unter den jeweiligen Voraussetzungen (z. B. Anwartschaft auf ALG I, Verfügbarkeit, Hilfebedürftigkeit…).

(Halb)waisenrente
Es besteht kein Anspruch: Es muss eine Ausbildung vorliegen; die Zeit muss dem Studium gewidmet werden.

Studienkredite
Ob während eines Urlaubssemesters ein Studienkredit weiterhin bezogen werden kann, ist  von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich (i. d. R. eher nicht). Es kann auch auf den Beurlaubungsgrund ankommen.