Abhängige Beschäftigungen

Wenn Sie als Studierende/r nicht selbstständig oder freiberuflich tätig sind, sondern ein Arbeitsentgelt von einem Arbeitgeber beziehen, gehen Sie einer nichtselbstständigen Arbeit bzw. abhängigen Beschäftigung nach.

Besonders relevant sind für Studierende die sogenannten geringfügigen Beschäftigungen, die gemeinsam mit der Werkstudentenregelung (20-Stunden-Grenze), der ‚Gleitzonenregelung’ (Midijob) und der unter dem Punkt Immatrikulation erläuterten studentischen Krankenversicherungspflicht den Rahmen für die abhängige Beschäftigung von Studierenden bilden.


Geringfügige Beschäftigungen

Eine geringfügige Beschäftigung liegt dann vor (vgl. § 8 (1) SGB IV), wenn

  • das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt 450 € nicht übersteigt: Minijob (450 – € – Job)
  • eine oder mehrere befristete Beschäftigung/en im Kalenderjahr in der Summe drei Monate oder 70 Arbeitstage nicht übersteigt/übersteigen und nicht berufsmäßig ausgeübt wird/werden: kurzfristige Beschäftigung

Wer diese Jobarten ausübt, muss sich in der Regel nicht als Arbeitnehmer in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versichern, auch wenn beide (Minijob und kurzfristige Beschäftigung) kombiniert werden.

Weitere Informationen:

Flyer Geringfügige Beschäftigung und Beschäftigung in der der Gleitzone (BMAS)

Minijobzentrale

Zu beachten: Jede/r Studierende muss wie gehabt krankenversichert sein und das Studium muss gegenüber der Arbeit im Vordergrund stehen (20-Stunden-Grenze). Außerdem müssen die relevanten Einkommensgrenzen für BAföG u. ä. beachtet werden.

 

Minijob

Minijob heißt, dass regelmäßig nicht mehr als 450 € verdient werden. Wer einem Minijob nachgeht, hat weitestgehend keine Abzüge vom Lohn. Es besteht lediglich eine Rentenversicherungpflicht.

  • Steuern: Das Arbeitsentgelt von Minijobbern ist steuerpflichtig. Lohnsteuer kann pauschal oder nach den Lohnsteuermerkmalen erhoben werden.
    • Bei der pauschalen Besteuerung führt der Arbeitgeber eine Pauschsteuer von 2% an die Minijobzentrale ab. Diese Pauschsteuer wird i. d. R. nicht vom Lohn abgezogen. Der Arbeitgeber hat dennoch die Möglichkeit, die Steuer bei der Entgeltzahlung vom Arbeitsentgelt des Arbeitnehmers einzubehalten.
      Bei der eventuellen Einkommenssteuerveranlagung wird die einbehaltene Pauschsteuer nicht mit berücksichtigt, d. h. sie wird dem Arbeitnehmer nicht erstattet!
    • Wird die Lohnsteuer nach den Lohnsteuermerkmalen erhoben, führt der Arbeitgeber die Lohnsteuer von 20% des Arbeitsentgelts
      (+ Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) an das Finanzamt ab.
      Diese Steuern können unter gewissen Umständen (Grundfreibetrag!) mit der Einkommenssteuerveranlagung wieder zurückgeholt werden.
  • Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung: Als Arbeitnehmer/in versicherungsfrei, der Arbeitgeber zahlt 13% Pauschalbeitrag für die dauerhaft geringfügig Beschäftigten, die bereits in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, also einschließlich der Familienversicherten. Dies gilt nicht bei einer privaten Krankenversicherung.
    Versicherungsfreiheit besteht auch in der Pflege- und Arbeitslosenversicherung; pauschale Beiträge fallen nicht an.
  • Rentenversicherung: Der Arbeitgeber zahlt für geringfügig Beschäftigte einen Pauschalbeitrag von 15 % zur Rentenversicherung, der Eigenanteil beträgt 3,7 %, die vom Lohn abgezogen werden.
    Auf Antrag kann man sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen (s. Steuern und Sozialabgaben).

Kurzfristige Beschäftigung

Eine kurzfristige Beschäftigung ist zeitlich befristet und darf nicht berufsmäßig ausgeübt werden.

Voraussetzung für die kurzfristige Beschäftigung ist, dass innerhalb eines Kalenderjahres nicht mehr als 3 Monate oder 70 Arbeitstage dieser von vornherein befristeten Jobs zusammenkommen. Eine Verdienstgrenze besteht nicht.

  • Steuern: Kurzfristige Beschäftigungen sind steuerpflichtig. Lohnsteuer kann pauschal oder nach den Lohnsteuermerkmalen erhoben werden.
    • Bei der pauschalen Besteuerung führt der Arbeitgeber eine Pauschsteuer von 2% an die Minijobzentrale ab. Diese Pauschsteuer wird i.d.R. nicht vom Lohn abgezogen. Der Arbeitgeber hat dennoch die Möglichkeit, die Steuer bei der Entgeltzahlung vom Arbeitsentgelt des Arbeitnehmers einzubehalten.
      Bei der eventuellen Einkommenssteuerveranlagung wird die einbehaltene Pauschsteuer nicht mit berücksichtigt, d. h. sie wird nicht erstattet!
    • Wird die Lohnsteuer nach den Lohnsteuermerkmalen erhoben, führt der Arbeitgeber die Lohnsteuer von 20% des Arbeitsentgelts
      (+ Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) an das Finanzamt ab.
      Diese Steuern können unter gewissen Umständen (Grundfreibetrag!) mit der Einkommenssteuerveranlagung wieder zurückgeholt werden.
  • Kranken- und Pflegeversicherung : Beitragsfrei für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, wenn die Vorrangigkeit des Studiums während der Vorlesungszeit gegeben bleibt oder die Beschäftigung während der vorlesungsfreien Zeit ausgeübt wird (s. 20-Stunden-Grenze).
  • Rentenversicherung: Beitragsfrei für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

 

Sobald die 450-€-Grenze regelmäßig überschritten wird, greift die

Werkstudentenregelung (20-Stunden-Grenze)

Es besteht für Studierende trotz Überschreitung der 450-€-Grenze keine Versicherungspflicht als Arbeitnehmer in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, sofern das Erscheinungsbild als Student überwiegt.

Das Erscheinungsbild als Student überwiegt, sofern in der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden in der Woche gearbeitet wird – das Studium muss im Vordergrund stehen! Diese 20-Stunden-Grenze kann ausnahmsweise überschritten werden, wenn:

  • in der Vorlesungszeit überwiegend am Wochenende, am Abend und in der Nacht gearbeitet wird
  • die Beschäftigung außerhalb der Vorlesungszeit ausgeübt wird, oder
  • es sich um eine kurzfristige Beschäftigung handelt

 

Midi-Job (‚Gleitzonenregelung’)

Bei einem regelmäßigen Verdienst zwischen 450,01 und 850 € gilt die ‚Gleitzonenregelung’ (auch Midi-Job genannt). In dieser steigen die zu zahlenden Sozialversicherungsbeiträge mit zunehmendem Bruttoverdienst für den Arbeitnehmer an für Studierende also lediglich der Rentenversicherungsanteil (unter Beachtung der 20- Stunden-Grenze).

  • Steuern: Es besteht Steuerpflicht (s. oben). Solange das Arbeitsentgelt (abzüglich insbesondere Arbeitnehmer-Pauschbetrag, Vorsorge-Pauschale) unter dem Grundfreibetrag bleibt, erhält man die vom Arbeitgeber einbehaltene Lohnsteuer im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung zurück.
  • Kranken- und Pflegeversicherung: Keine Versicherungspflicht als Arbeitnehmer (Werkstudentenregelung, 20-Stunden-Grenze).
  • Rentenversicherung: Es besteht Rentenversicherungspflicht. In der Gleitzone fallen von 450,01 bis 850 €/mtl. für den Arbeitnehmer niedrigere Rentenbeiträge an als bei regulären Arbeitnehmern (Aufstockung auf vollen Beitragsanteil möglich). Je nach der Höhe des Lohns steigt der Rentenbeitrag des Arbeitnehmers gleitend auf den vollen Beitragsanteil von max. 9,35%, während der Arbeitgeber von 450,01 bis 850 € monatlich immer 9,35% zahlt.

Eine gute Kurzinformation für Studierende zum Thema Jobben bietet der Flyer des DSW.

Da die Umstände und Einflussfaktoren in jedem Fall anders gelagert sein können, ist es immer anzuraten, sich zu Ihrem speziellen Fall bei der Sozialberatung, Ihrer Krankenkasse oder der Minijobzentrale beraten zu lassen.

 

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