Leistungen für Studierende mit Kind

Für Studierende mit Kind stehen neben dem Kindergeld und dem Kinderbetreuungszuschlag beim BAföG weitere staatliche Unterstützungsleistungen zur Verfügung:

Unterhaltsvorschuss
Mutterschaftsgeld
Elterngeld
Kinderzuschlag

Bundesstiftung Mutter und Kind
Stiftung Familie in Not

‚Bildungspaket‘-Leistungen für Bildung und Teilhabe

 

Unterhaltsvorschuss

Unterhaltsvorschuss wird geleistet, wenn das Kind keinen oder nicht regelmäßig von dem anderen Elternteil Unterhalt erhält. Sofern der andere Elternteil leistungsfähig ist, aber nicht zahlen möchte, so wird der gezahlte Unterhaltsvorschuss von diesem zurückgefordert.

Alleinerziehende können beim zuständigen Jugendamt einen Unterhaltsvorschuss für ihr Kind beantragen, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil seinen Zahlungspflichten nicht oder nicht in vollem Umfang nachkommt.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Anspruch auf Unterhaltsvorschuss ausgeschlossen sein. Dies ist z. B. der Fall, wenn Auskünfte über den zahlungspflichtigen Elternteil oder die Mitwirkung bei der Feststellung des anderen Elternteils oder der Vaterschaft verweigert werden.

Hat der allein erziehende Elternteil Anspruch auf Kindergeld, dann beträgt der Unterhaltsvorschuss für Kinder unter sechs Jahren 145 € und für von sechs bis unter zwölf Jahre alte Kinder 194 € im Monat.
Unterhaltsvorschuss wird insgesamt höchstens für sechs Jahre gezahlt. Die Zahlung endet jedoch spätestens mit Erreichen des zwölften Lebensjahres.

Zu beachten ist hier, dass der Unterhaltsvorschuss ggf. auf Sozialgeld oder andere Sozialleistungen angerechnet werden kann.

Der Antrag auf Unterhaltsvorschuss muss schriftlich beim zuständigen Jugendamt eingereicht werden.

Landkreis Goslar

 

Mutterschaftsgeld

Das Mutterschaftsgeld wird für die Dauer der Mutterschutzfrist gezahlt, wenn zu Beginn der Frist ein Arbeitsverhältnis besteht.

Je nach Art der Krankenversicherung ist der Antrag entweder bei der Krankenkasse oder dem Bundesversicherungsamt zu stellen.

 

Elterngeld

Elterngeld ist eine vom Nettoeinkommen abhängige Entgeltersatzleistung für Eltern, die aufgrund der Kinderbetreuung nicht oder nicht voll erwerbstätig sind.

Anspruch auf Elterngeld hat, wer

  • einen Wohnsitz/gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland hat,
  • sein Kind vorwiegend selbst erzieht und betreut,
  • die Personensorge für das Kind hat,
  • mit dem Kind in einem Haushalt lebt und
  • nicht erwerbstätig ist oder
  • nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich Teilzeitarbeit leistet.

(Basis)Elterngeld wird für zwölf, bei Inanspruchnahme der zwei ‘Partnermonate’ für 14 Monate von den Elterngeldstellen des zuständigen Jugendamtes gezahlt. Alleinerziehende können die vollen 14 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen.

Das Elterngeld fängt einen Einkommensausfall nach der Geburt des Kindes auf und beträgt 65% – 100% des bisherigen Nettogehalts, maximal aber 1.800 € und mindestens 300 €. Mehrkindfamilien erhalten einen Geschwisterbonus.

Wer als Studierende/r vor der Geburt des Kindes kein Erwerbseinkommen hatte, kann die Mindestzahlhöhe von 300 € beziehen, hat aber nicht die Möglichkeit, auf 14 Monate zu verlängern.

ElterngeldPlus: Von dem ElterngeldPlus profitieren in erster Linie Eltern, die während des Elterngeldbezuges in Teilzeit arbeiten. Hierbei kann die Bezugsdauer über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus auf bis zu 24 Monate verlängert werden. Monatlich werden mindestens 150 € ausgezahlt, maximal 900 €.

Das Elterngeld wird auf ALG II, Sozialhilfe und Kinderzuschlag angerechnet.
Eine Anrechnung beim BAföG findet bei den Mindestbeträgen nicht statt (also keine Anrechnung bei 300 € Basiselterngeld oder 150 € ElterngeldPlus).


Elterngeld beim Landkreis Goslar

 

Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag ist eine Ergänzungsleistung zum Kindergeld für geringverdienende Eltern.

Der Kinderzuschlag ist für Eltern vorgesehen, die mit ihren Kindern in einem gemeinsamen Haushalt leben und deren Einkommen und Vermögen ausreicht, um ihren eigenen Bedarf zu decken, aber nicht den Bedarf ihrer minderjährigen Kinder.

Die Mindesteinkommensgrenze beträgt für Elternpaare 900 €, für Alleinerziehende 600 € (das Kindergeld und das Wohngeld werden in diesem Fall nicht als Einkommen berücksichtigt). Den Kinderzuschlag können Eltern nur dann beanspruchen, wenn ihre monatlichen Einnahmen die jeweilige Mindesteinkommensgrenze erreichen.
Verfügen Kinder über ein eigenes zu berücksichtigendes Einkommen oder Vermögen von 140 € oder mehr (z. B. durch Unterhaltsleistungen), wird kein Kinderzuschlag gezahlt.

Ein gleichzeitiger Bezug von Arbeitslosengeld II/Sozialgeld beziehungsweise Leistungen der Sozialhilfe und Kinderzuschlag ist nicht möglich.

Der Antrag muss bei der der Familienkasse der zuständigen Agentur für Arbeit gestellt werden.

Familienkasse Niedersachsen – Bremen

 

Bundesstiftung Mutter und Kind

Die Mittel der Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens” sind eine ergänzende finanzielle Hilfe für schwangere Frauen in Notlagen, wenn die Einkünfte den finanziellen Bedarf für Schwangerschaft, Geburt sowie Pflege und Erziehung des Kleinkindes nicht decken und andere staatliche Leistungen nicht rechtzeitig oder ausreichend zur Verfügung stehen.

Die Bundesstiftung hilft seit 1984 schwangeren Frauen in Notlagen. Diese erhalten auf unbürokratischem Weg ergänzende finanzielle Hilfen, die ihnen die Entscheidung für das Leben des Kindes und die Fortsetzung der Schwangerschaft erleichtern sollen.

Die Stiftungsmittel können für Aufwendungen gewährt werden, die im Zusammenhang mit der Schwangerschaft, Geburt sowie der Pflege und Erziehung des Kleinkindes entstehen. Dies umfasst insbesondere die Erstausstattung des Babys, die Weiterführung des Haushalts, die Wohnung und deren Einrichtung oder die Betreuung des Säuglings oder Kleinkindes.

Höhe und Dauer der Unterstützung richten sich nach den besonderen Umständen der persönlichen Notlage. Die Entscheidung darüber liegt bei den Zuwendungsempfängern der Bundesstiftung auf Landesebene.

Es besteht kein Rechtsanspruch auf Unterstützung durch Mittel der Bundesstiftung. Werden Stiftungsmittel gewährt, dürfen diese nicht gepfändet oder auf Sozialleistungen angerechnet werden.

 

Stiftung Familie in Not

Die Stiftung Familie in Not hilft durch zweckgebundene finanzielle Zuschüsse und zinslose Darlehen zur Überwindung familiärer Notlagen.

Die von der niedersächsischen Landesregierung 1978 gegründete Stiftung fördert vorrangig kinderreiche Familien, Alleinerziehende und schwangere Frauen, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Niedersachsen haben, die bei unvorhersehbaren Ereignissen in finanzielle Not geraten und sofern von anderer Seite keine Unterstützung haben.

Hilfen können z. B. vergeben werden für

  • die Beschaffung oder Erhaltung einer Wohnung nach einer Scheidung oder Trennung, durch Übernahme von Mietsicherheiten, Umzugs- und Renovierungskosten,
  • für Kinderbetreuungskosten, um eine Ausbildung zu beenden oder die Wiedereingliederung in das Berufsleben zu erreichen.

Nähere Informationen finden Sie beim Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

 

‚Bildungspaket‘-Leistungen für Bildung und Teilhabe

BezieherInnen von Kinderzuschlag, Wohngeld, ALG II, Sozialgeld oder Sozialhilfe haben für alle ihre im Haushalt lebenden Kinder einen Anspruch auf Bildungs- und Teilhabeleistungen.

Dazu zählen z. B.

  • Klassenfahrten,
  • Schulbedarf,
  • Zuschuss zu den Fahrten zur Schule,
  • Lernförderung.

BezieherInnen von ALG II oder Sozialgeld beantragen die Leistung beim zuständigen Jobcenter, BezieherInnen von Sozialhilfe beim Sozialamt. Wer Wohngeld oder Kinderzuschlag erhält, wendet sich an die Wohngeldstelle oder die Familienkasse.

Nähere Informationen finden Sie beim Familien-Wegweiser des Bundesministeriums.

 

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