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Nachtgestöber
1. Studentischer Nachtflohmarkt

Rückschau des 1. Studentischen Nachtflohmarkts am 1. Februar 2019
Ein Projekt von und mit dem Kulturbüro des STUDENTENWERKs OstNiedersachsen, dem Green Office und den AStA-Referaten Umwelt & Nachhaltigkeit und Kultur.

Freitagnachmittag – die Mensa am Hauptcampus der Uni Hildesheim ist leergefegt. Jetzt kann ihre Verwandlung beginnen. Fleißige Helfer*innen verrücken Stühle und Tisch, ein Techniker installiert Scheinwerfer, DJ-Pult und Lichter, Umkleidekabinen werden aus Stellwänden gebaut, Sofas, Tischdecken und Teppiche werden herangekarrt, Kleiderstangen und Spiegel werden aufgestellt. Eine bunte Girlande aus Stoffresten mit aufgemalten Buchstaben wirbt für die TAUSCHECKE. Plakate und Infomaterialien zu Fast Fashion und den Produktionsbedingungen der Bekleidungsindustrie werden platziert. Der Nachtflohmarkt soll schließlich nicht nur Anlaufpunkt für Schatzsucher*innen und Schnäppchenjagende sein, sondern die Besucher*innen zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Überfluss in unserer Gesellschaft anregen und Alternativen zur ausbeuterischen Bekleidungsindustrie aufzeigen.

Punkt 18:00 Uhr beginnen sich Leute mit großen Koffern und Wanderrucksäcken durch die Tischreihen zu schlängeln. 34 Standanmeldungen für 44 Tische haben das Team des Nachtgestöbers erreicht. Zur Freude aller Beteiligten ist die Mensa damit fast “ausverkauft“. Die Stände werden ohne Standgebühr, aber mit einer Kaution von 20 Euro vergeben, um später beim Aufräumen böse Überraschungen zu vermeiden. Jetzt wird aber erstmal ausgepackt: Klamotten, Accessoires, Spiele und Bücher stapeln sich auf den Tischen und die besten Stücke werden an den Kleiderstangen präsentiert. Schon beim Aufbau sorgt die entspannte Musikauswahl der DJane für gute Laune. Und aus dem Mensakiosk riecht es auch schon ziemlich lecker.

19:00 Uhr Endlich ist es so weit! Es kann losgehen! Die Gäste lassen nicht auf sich warten, sie kommen zahlreich und machen das Gewusel perfekt. Die Besucher*innen schwärmen aus, sind am Gucken, Feilschen und Schlendern. Zur Pause im bunten Treiben lädt die gemütliche Sitzecke ein, wo man sich mit Pommes Frites oder Bagels stärken kann. Besonderes Highlight des Abends ist die Tauschecke. Frei nach dem Motto: des einen Plunder ist des anderen Schatz, wird hier munter gewühlt und viel gelacht. Einige Absurditäten haben sich eingeschlichen, aber auch wahre Schönheiten wandern von der Schrankleiche der einen zum Lieblingsstück der anderen.

23:00 Uhr Tische und Mensa leeren sich. Zufrieden werden Schätze und Schnäppchen nachhause getragen. Und dank des super engagierten Teams – das von Anfang an Feuer und Flamme war und ohne das dieser Abend so nicht möglich gewesen wäre – und zahlreicher fleißiger Helfer*innen verwandelt sich das Nachtgestöber fast Schlag Mitternacht zurück in die Mensa am Hauptcampus der Uni Hildesheim.

Und weil wir so einen tollen Abend hatten, ist eine zweite Runde in Planung. Macht euch bereit. Im November könnt ihr wieder die Nacht durchstöbern!

Falls ihr euch auch in der Zwischenzeit mit dem Thema  „Nachhaltigkeit“ beschäftigen wollt, haben wir euch hier einige Anregung, Tipps und Infos zusammengestellt.

Uns ist ein es ein großes Anliegen, dass sich in der Bekleidungsindustrie etwas verändert. Daran könnt ihr aktiv mitwirken! Greenpeace fordert von den Konsument*innen: Kleidung darf nicht zum Wegwerf-Artikel verkommen wie Plastiktüten oder Einweggeschirr. Neu gekauft werden sollte nur, was man wirklich braucht und auch lange trägt. Denn die Produktion von Kleidung verbraucht viel Wasser, zum Färben, Drucken und Waschen von Textilien werden Hunderte gefährliche Chemikalien eingesetzt. Deshalb ist es Zeit, nicht mehr nur „Verbraucher*in“ zu sein, nicht weiterhin Dinge zu kaufen, um sie nach kurzer Zeit wegzuwerfen. Kleidung sollte wieder geschätzt, gepflegt und repariert werden. à Greenpeace Detox

Faktencheck Kleiderkonsum

  • Seit dem Aufstieg von “Fast Fashion” um die Jahrtausendwende kaufen Menschen doppelt so viele Kleider und tragen sie nur die Hälfte der Zeit.
  • Nach einer Studie aus dem Jahr 2016 haben die Deutschen rund 5,2 Milliarden Kleidungsstücke in ihren Kleiderschränken. 40 Prozent davon – über zwei Milliarden Kleidungsstücke – werden selten oder nie genutzt.
  • Die meisten unerwünschten Kleidungsstücke landen im Mülleimer. Fast die Hälfte der Befragten hat in den vorangegangenen sechs Monaten Kleidung weggeworfen.
  • Jedes Jahr werden mehr als 100 Milliarden Kleidungsstücke produziert – weniger als ein Prozent können zu neuen Textilien recycelt werden. Die meisten Kleidungsstücke werden – aufgrund des hohen Kunststoffanteils – zu Dämmmaterial oder Putzlappen weiterverarbeitet oder auf Second-Hand-Märkten angeboten.
  • US-Bürger entsorgen jedes Jahr 10,5 Millionen Tonnen Kleidung – das entspricht dem 30fachen Gewicht des Empire State Building.
  • Polyester ist der Motor von Fast Fashion. Mehr als 60 Prozent der heutigen Kleidung enthalten synthetische Fasern aus Rohöl, die biologisch nicht abbaubar sind.
  • Laut einer EU-Studie spülen Waschmaschinen in Europa jährlich 30.000 Tonnen Kunststofffasern in Abwässer, die im Meer, in Tiermägen und in unserem Trinkwasser landen.
  • Es gibt mehr Mikroplastikpartikel im Ozean als Sterne in der Galaxie.

Quelle: www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20181030-greenpeace-factsheet-makesmthng-konsum.pdf

Webseiten, Apps und mehr zusammengestellt vom Green Office:

  • Online Shops für 2nd hand und nachhaltige Mode: Avocadostore.de, Avesu.de, glore.de, najoba.de, sinfinis.de, kleiderkreisel.de, ubup.com, secondlife-fashion.de, waschbaer.de
  • Infos zur Bekleidungsindustrie im Netz: Nabu, Femnet, fashion revolution, Greenpeace (Detox), Grüne Mode, Get Changed, My Stuff, Kampagne für saubere Kleidung
  • Nützliche Apps: Good on You, Codecheck, Fair Fashion Finder, Siegelklarheit
  • Instagram & Co: dariadaria, fairknallt, talisaminoush, heylilahey, charlotte weise
  • Filme: Minimalism, The True Cost, My Stuff

Mit der Initiative MAKE SMTHNG unterstützt Greenpeace die „Maker-Community“. Die „Maker“ teilen ihre Ideen zum Selbermachen und für einen bewussten Umgang mit Ressourcen mit dem Hashtag #makesmthng über Social Media. Sie zeigen damit Alternativen zum grenzenlosen Konsum

Zehn Aufgaben für Konsumbotschafter*innen von Greenpeace:

  • Einen Knopf annähen
  • Ein paar abgelaufene Schuhe zum Schuster bringen
  • Neue Eco-Fashion-Läden in meiner Stadt finden
  • Kleiderschrank durchforsten: Schätze finden, die ich lange nicht getragen habe
  • Drei Kleidungsstücke auf einer Internet-Tauschbörse einstellen
  • Zehn alte Teile in einen Secondhand-Laden bringen
  • Einen Teil für die nächste Party leihen
  • Vier Wochen keine neuen Sachen kaufen
  • Eine Kleidertauschparty mit Freunden organisieren
  • Eine*n neue*n Konsumbotschafter*in finden

Mehr Infos unter: greenpeace.de/konsumbotschaft