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      • „Kairo – Sommer 2015“

      Eine fotografische Dokumentation von Sophie Drünert

      Ausstellung des Kulturbüros des Studentenwerks im Foyer der Bibliothek der Leuphana Universität Lüneburg.


      Manchmal nehmen eigentlich rein fachlich geplante Exkursionen eine überraschende Wendung. So erfuhr es Sophie Drünert, Studentin der Umweltwissenschaften an der Leuphana Universität, in Kairo: „Wir besuchten Umweltprojekte, sprachen mit Experten, tauschten Ideen über Umwelt und Nachhaltigkeit aus.  Bei diesen Diskussionen lernte ich eine junge Ägypterin kennen. Mit ihr ging ich durch die Straßen – die Mohamed Mahmoud Straße mit ihren Graffiti – und sie erklärte mir die Bilder.“

      Sophie Drünert fotografiert spontan das, was sie sieht, im Vorbeigehen, schnell, ohne lang am Ort zu verweilen, teils unscharf, teils verwackelt, teils mit schwarzen Schatten überlagert, geprägt von der Situation: Es ist nicht die Zeit und nicht der Ort, sich aufzuhalten.

      Dabei entstehen Momentaufnahmen einer Zeit im Umbruch. Sophie Drünert dokumentiert Spuren, die von diesem Umbruch erzählen, Zeichen auf dem Weg zu einem Ort, an dem Geschichte sich komprimiert. Denn die  Mohamed Mahmoud Straße führt auf den Tahrir Platz in Kairo.

      Die Mauern der Straßen sind übersäht mit Wandbildern. Ganze Straßenzüge gleichen seit der Revolution überdimensionalen Leinwänden. Graffiti, Zeugnisse der ägyptischen Revolution, die inmitten der Demonstrationen entstanden: Sie dokumentieren, sie klagen an, sie rufen zur Aktion, sie werden selbst Mittel und Inhalt, gesprüht, überschrieben, übermalt, am Ende werden ganze Wände abgerissen sein, die sie trugen.

      Die hastige fotografische Dokumentation fixiert im Vorbeieilen Spuren eines historischen Prozesses, eröffnet Einblicke in die Diversität der ägyptischen Gesellschaft.

      Die Fotografien erzählen von einer Bildergeschichte mitten in Kairo, berichten über die ägyptische Revolution. Zeigen eine Bilderwand in Bewegung, jeden Tag aufs Neue verändert, von Menschen, die anklagen, Rechte einfordern, ihrem Protest Ausdruck verleihen, trauern. Und von anderen, die die Gegenmacht demonstrieren, Bilder übersprühen, unsichtbar machen, bemalte und besprühte Mauerwände  zerstören.

      Im Wintersemester 2016/17 zeigt das Kulturbüro in einer umfassenden Ausstellung die Fotografien der Lüneburger Studentin Sophie Drünert aus dem Sommer 2015 in Kairo: eine fotografische Dokumentation dargestellt auf fast 40 Tafeln.

      Inzwischen sind diese Fotografien historische Dokumente. Viele der Wandbilder existieren nicht mehr, sind unkenntlich gemacht, die Mauern und Wände teilweise abgerissen. Es bleiben die Fotos dieser Orte. Ein detektivischer Blick sucht sie zu einem Bild zusammenzufügen: 40 Tafeln, mehr als 50 Fotografien, Puzzlestücke in einer Dokumentation.

      Die Ausstellung, vorbereitet mit einer Gruppe von Studierenden im Seminar „Ausstellungsmanagement“ des Kulturbüros, ist im Foyer der Bibliothek auf dem Campus der Leuphana Universität Lüneburg vom 6. Dezember 2016 bis 20. Januar 2017, Montag bis Sonntag von 10 – 20 Uhr im Erdgeschoss und oben auf der Galerie zu sehen.

      Mittwoch, 14. Dezember um 16 Uhr: Gespräch in der Ausstellung mit Sophie Drünert. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

       

      Kontakt und Informationen:

      Kulturbüro des Studentenwerks
      Claudia Jonischkies

      Tel: 04131 – 78 96 321
      kultur.lg@stw-on.de
      www.facebook.com/kulturbuero.lueneburg

       

      • „Skulptur. Malerei. Übungen“

      Arbeiten von Studierenden aus studienbegleitenden Workshops des Kulturbüros.

      Die Ausstellung wird verlängert und ist im ServiceCenter des Studentenwerks in Lüneburg noch bis zum 19. Januar 2017 zu sehen.

       

      „Skulptur. Malerei. Übungen“, eine Ausstellung mit Ergebnissen aus dem Projekt „Studierende arbeiten mit Künstlern/-innen“.

      Vorangegangen waren zwei studienbegleitende Workshops für Studierende mit zwei sehr unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten: Das Thema „Farbe“ im Mittelpunkt, ein Workshop zur abstrakten Malerei mit Acrylfarben auf Leinwand, geleitet von der Künstlerin und Malerin Gabriele Nafisa Klipstein. Zum Thema „Skulpturen aus Stein – en plein air“, ein Workshop mit Hammer, Meißel und Kalksandsteinblöcken, dem tradtionellen Bildhauermaterial mit dem Künstler/ Bildhauer Ivo Gohsmann.

      Beide, Gabriele Nafisa Klipstein und Ivo Gohsmann, arbeiten freischaffend als professionelle Künstler/Künstlerin, beide haben ein Studium an einer Hochschule abgeschlossen und bringen langjährige Erfahrungen in der künstlerischen Vermittlung mit: Hervorragende Voraussetzungen für eine intensive gestalterische Auseinandersetzung mit den Studierenden aus den unterschiedlichen Studienrichtungen der Leupana Universität.

      Die Ergebnisse der beiden Workshops werden jetzt im Sommersemester in einer umfassenden Präsentation im ServiceCenter des Studentenwerks in Lüneburg gezeigt. Zu sehen sind 12 Skulpturen aus den naturweißen Rohblöcken des Kalksandsteins und über 40 abstrakte in leuchtenden Acrylfarben gemalte Bilder auf Leinwand. Eine intensive individuelle Auseinandersetzung der Studierenden mit gestalterischen Themen, künstlerischen Verfahren und künstlerischem Ausdruck.

      Das Kulturbüro mit Kulturreferentin Claudia Jonischkies organisiert die Workshopreihen und kuratiert mit Studierenden in Arbeitsgruppen „Ausstellungsmanagement“ die Präsentationen.

       

      Kontakt und Informationen:

      Kulturbüro des Studentenwerks
      Claudia Jonischkies

      Tel: 04131 – 78 96 321
      kultur.lg@stw-on.de
      www.facebook.com/kulturbuero.lueneburg

       

      • „Detroit. Ruinen“, Fotografie von Antonia Mahler

      Eine Ausstellung des Kulturbüros im ServiceCenter des Studentenwerks in Lüneburg

       

      Ein Abgesang: Detroit, einst das Herz der US-Industrie und eine der reichsten Städte der Welt ist heute eine Stadt im bodenlosen Fall mit einer enormen Konzentration von Arbeitslosigkeit, Armut und Kriminalität, entvölkert bis auf die Hälfte seiner einstigen Bevölkerungszahl.

      Vom 20. Januar bis 30. April zeigt das Kulturbüro im ServiceCenter des Studentenwerks in Lüneburg eine Ausstellung mit mehr als 30 großformatigen Fotografien: Detroit. Ruinen

      Ein Auslandsaufenthalt in den USA, ein Praktikum in Detroit: Chance für Antonia Mahler, zu der Zeit im Master Studiengang „Management & Marketing“ der Universität in Lüneburg, fachrelevante Auslandserfahrungen zu sammeln. Und mehr als das, der Aufenthalt in Detroit berührt auf besondere Weise, eine Auseinandersetzung mit Stadt und Geschichte beginnt. Fotos entstehen, sie forschen dem Verfall des früheren Glanzes nach.

      Mit Fotoapparat und Stativ dokumentiert Antonia Mahler die dystopischen Szenerien der Stadt:

      Ruinen der Gebäude, die Detroit einst berühmt machten, wie das 1913 gebaute „Michigan Central Station“, das nach einem Brand 2009 zerstörte „Easttown Theatre“, die Ruinen des „Lee Plaza“, der ehemals nobelsten Appartementanlage der Stadt oder das „Michigan Theatre“, das kurz nach seiner Schließung in ein Parkhaus umfunktioniert wurde – nur noch der Stuck an der Decke reflektiert den ehemaligen Glanz.

      In einer der ehemals reichsten Städte der Welt blieben nur noch Ruinen vom früheren Prunk. Freistehende Fassaden von Hochhäusern als Mahnmale einer vergangenen Zeit, Bäume durchwachsen zerfallende Hausmauern, Strassen sind von Sträuchern und Gras überwuchert.

      Und wurden einst die modernsten und luxuriösesten Autos in der „Packard Plant“ hergestellt, wird dieses 15 Hektar große Areal die größte verlassene Fabrik der Welt: Drehort nun für apokalyptische Filme wie „Transformers“.

       

      Stichwort Detroit:

      Mit dem rasanten Aufbau der Automobilindustrie begann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Detroits schneller Aufstieg zum führenden Standort der US-Automobilproduktion. Die “Großen Drei” – Chrysler, Ford, General Motors – schufen die Autostadt schlechthin, machten Detroit zu einer der reichsten Städte der Welt – und seine Architektur spiegelte den Reichtum wider: modernste Fabrikanlagen mit Fließbandfertigung, elegante Villen, prunkvolle Theater, Kinopaläste und Warenhäuser säumten die Straßen, der öffentliche Verkehr und vor allem das Aufkommen des Automobils formten die moderne Stadt.

      Ein Zentrum des modernen Kapitalismus, Welthauptstadt des Automobilbaus, Mythos und Symbol amerikanischen Fortschritts.

      Wenige Jahrzehnte später, in den 50er/60er Jahren, kippt die Situation.

      Die „Motor City Detroit“, einst Mythos und Symbol amerikanischen Fortschritts, steht heute für das ökonomische und soziale Scheitern einer Großstadt. Die Gründe hierfür werden in den ökonomischen Problemen der Automobilindustrie gesehen. Autokonzerne, die einst massenhaft Arbeitsplätze boten, gaben nach und nach Detroit als Produktionsstandort auf, hinzu kamen ungelöste ethnische Konflikte, die Abwanderung wohlhabender Bevölkerungsschichten und nicht zuletzt gravierende politische Versäumnisse. Eine Entwicklung, die mit dem Konkurs von General Motors 2009 und dem finanziellen Bankrott der Stadt 2013 weitere Tiefpunkte fand.

      Innerhalb von einem halben Jahrhundert verlor Detroit, einst mit über zwei Millionen Einwohnern viertgrößte Stadt der USA, fast eine Million Menschen und damit die Hälfte seiner Bevölkerung.

      Ruinen stillgelegter Fabriken, leerstehende Hochhäuser, verlassene Villen, Theater und Kirchen prägen heute das Stadtbild. Ein Drittel der gesamten Stadtfläche gelten inzwischen als unbewohnbar, zahllose Gebäude wurden abgerissen, einige Tausend Gebäude, davon ca. 80.000 Einfamilienhäuser stehen leer: verlassen, verschlossen, verfallen.

      Vorbereitet wurde die Präsentation im Rahmen des studienbegleitenden Seminars „Ausstellungsmanagement“ unter Leitung von Claudia Jonischkies, Kulturreferentin des Studentenwerks.

      Die Präsentation im ServiceCenter des Studentenwerks, Munstermannskamp 3, in Lüneburg ist vom 20. Januar bis 30. April 2017 zu sehen.

      Mo bis Fr 9 – 16 Uhr

       

      Kontakt und Informationen:

      Kulturbüro des Studentenwerks
      Claudia Jonischkies

      Tel: 04131 – 78 96 321
      kultur.lg@stw-on.de
      www.facebook.com/kulturbuero.lueneburg