stw-on.de » Hildesheim » Essen » Nachhaltigkeit

Mensa – Rezept für Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit spielt in den Mensen des Studentenwerks eine immer wichtigere Rolle. Natur und Umwelt für die nachfolgenden Generationen zu erhalten, bestimmt unser Denken und Handeln mehr und mehr. In Zukunft wollen wir unsere Angebote und Planungen ständig auch vor dem Hintergrund ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit überprüfen. Dieses Vorhaben ist nichts, was von heute auf morgen umgesetzt werden kann, doch erste Schritte sind bereits getan – vor allem im Bereich Hochschulgastronomie.


Am Standort Lüneburg bezieht das Studentenwerk Obst und Gemüse bereits seit längerem von regionalen Anbietern, Brot- und Backwaren werden an allen Standorten von lokalen Bäckereien geliefert. Ein zentrales Qualitätsmanagement rückt schon beim Einkauf der Waren die Nachhaltigkeit stärker als bisher in den Vordergrund. Das bedeutet unter anderem, dass Fisch ausschließlich von Lieferanten bezogen wird, die sich dafür verbürgen, nur Produkte aus bestandserhaltender Fischerei anzubieten.


Darüber hinaus bieten unsere Mensen möglichst häufig Fleisch aus besonders artgerechter Haltung an, was auf dem Speiseplan entsprechend gekennzeichnet wird. Lieferant ist das Unternehmen „Neuland“.

Gegründet wurde Neuland 1988 als Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung mit Sitz in Bonn. Das Besondere: Neuland wurde nicht von der Fleischer- oder Schlachterbranche gegründet, sondern von fünf gesellschaftlichen Verbänden. Noch heute fungieren drei von ihnen als Trägerverbände: der Deutsche Tierschutzbund” (DTschB), der “Bund für Umwelt und Naturschutz” (BUND) und die “Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft” (AbL).

Die Bauern, die mit Neuland zusammenarbeiten, haben sich verpflichtet, ihre Tiere nach ganz besonderen Standards zu halten. So werden Schweine, Rinder und Geflügel ausschließlich mit artgerechtem und heimischem Futter versorgt, das weder gentechnisch verändert noch mit leistungsfördernden Zusätzen vermischt sein darf. Darüber hinaus verzichten die Betriebe auf Massentierhaltung und setzen stattdessen auf ausreichend frische Luft und genügend Auslauf. (Weitere Informationen über Neuland finden Sie unter www.neuland-fleisch.de.)


Doch nicht nur beim Einkauf von Fleisch achtet das Studentenwerk auf artgerechte Tierhaltung. Auch bei Eiern und Eiprodukten wird Wert auf Nachhaltigkeit gelegt und nur bei solchen Lieferanten eingekauft, die auf Käfighaltung verzichten. Dafür wurde das Studentenwerk am 8. Oktober mit dem internationalen Tierschutzpreis „Das Goldene Ei“ ausgezeichnet. „Wir freuen uns sehr über diesen Preis und sehen uns darin bestätigt, auf dem richtigen Weg zu sein“, erklärte der Leiter Hochschulgastronomie, Michael Gruner, bei der Preisverleihung in Berlin.

Die Umstellung erfolgt schrittweise an allen Standorten des Studentenwerks und wird spätestens zum Ende des Jahres abgeschlossen sein – betroffen sind insgesamt 12 Mensen sowie 10 Cafeterien und Shops. Jährlich werden dort insgesamt rund 43.000 Eier, 2.500 Liter Vollei, 250 kg Eierstichwürfel und rund 18.000 gekochte Eier verarbeitet.
„Für uns sind diese Verbesserungen nur erste Schritte auf einem langen Weg“, ist Michael Gruner überzeugt. „Unsere Planungen gehen bereits weiter. So wird es vom 1. Januar 2011 an in allen unseren Mensen ausschließlich Kaffee mit dem „FAIRTRADE“ Siegel geben“.