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Tanz Konkret


An der Schnittstelle von Improvisation und Butoh erforscht und befragt die Berliner Tänzerin und Choreographin Anna Barth seit vielen Jahren den Körper und sein Gedächtnis.

Ihr Workshop „Tanz Konkret“ vermittelt Grundlagen der Körperarbeit, der Improvisation und des Butoh-Tanzes und richtet seine Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung der Präsenz des eigenen/des anderen/der anderen Körper und ihrer Wechselwirkungen. Jeder von Anna Barth geleitete Workshop hat seine eigene Qualität, entsprechend der Konstellation der TeilnehmerInnen. Es gibt keine festen Bewegungsvorgaben, vielmehr einen weitgesteckten Rahmen, einen offenen Raum für das Erforschen des eigenen Bewegungspotentials mit unterschiedlichen Fragestellungen.

Die Körperarbeit umfasst eine Reihe organischer Elemente, die den Körper über den Atem und die eigene Schwerkraft von innen her öffnen + weiten. Von der Erde (Horizontale) gehen wir in die Aufrichtung (Vertikale) zur Erdung + Zentrierung im Stehen sowie zur Entdeckung des Gehens.

Die Improvisation schärft unsere Sinne für die erlebte Raum-Zeit, für das intuitive Erfahren von Bewegung und Nichtbewegung. Sie ist Quelle von Bewegungsmaterial, offener Raum für Erprobungen und eigenständiges Feld der Aufführungspraxis. Die Butoh-Elemente nehmen Bezug auf die Verbindung von Mikro und Makro-Kosmos, die Durchlässigkeit und Verwandlungskraft des Körpers, die Arbeit mit Bildern als Quelle und Kraft der Imagination.

Butoh bezeichnet dem Wortsinn nach „Erde stampfen“, entstand Ende der 50er Jahre in Japan und verstand sich als radikaler Bruch mit der Tradition und der Moderne. Basierend auf zunächst improvisatorischen Elementen suchte man in Zeiten des Umbruchs nach neuen künstlerischen Ausdrucksmitteln eines autonomen und originären Tanzes. Die Einflüsse aus dem Deutschland der 20er Jahre – der Expressionistische / Neue Tanz um Mary Wigman in Dresden – diente als eine Art Folie, von der sich der Butoh-Tanz Ende der 50er Jahre ablöste. Die Gründer Tatsumi Hijikata und Kazuo Ohno verfolgten nach einer langen Periode der Zusammenarbeit unterschiedliche Ansätze. Tatsumi Hijikata, der Architekt, wandte sich zunehmend der Choreographie und Komposition zu, während Kazuo Ohno, der Poet, der Improvisation verbunden blieb. Der Butoh-Tanz mit seinen faszinierenden Bildern inspiriert bis heute die vielfältigsten Kunstbereiche wie Tanz, Theater, Musik, Bildende Kunst, Film und Literatur.

Vorerfahrung ist nicht vorausgesetzt.

Termin: 01.-03.02.19 (Anmeldung bis eine Woche vor Workshopbeginn)
Zeit: Fr., 19–21 Uhr, Sa. u. So., 11–17 Uhr
Kosten: 90 Euro (Nichtstudierende 130 Euro)
Ort: Raum 116, HAWK, Hohnsen 1
Leitung: Anna Barth (Berlin)
Infos und Anmeldung: Anna Bar, annab@freenet.de, annabarth.de