Versicherungen

Versicherungen gibt es für alle Eventualitäten. Für Studierende sind aber nur bestimmte davon sinnvoll bzw. überhaupt relevant. Die wichtigsten werden hier genannt.

Gesetzliche Unfallversicherung
Kranken- und Pflegeversicherung
Zuzahlungen zur Krankenversicherung behinderter/chronisch kranker Studierender
Krankenversicherung internationaler Studierender
Private Haftpflichtversicherung

 

Gesetzliche Unfallversicherung

Die Unfallversicherung deckt eigene Schäden als Folge eines Unfalls ab. Sie hat die Aufgabe, bei Arbeitsunfällen die Gesundheit und Leistungsfähigkeit wieder herzustellen. Die  wesentlichen Leistungen sind Heilbehandlungen und Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, sowie weitere Geldleistungen (Pflegegeld, Verletztengeld).

Studierende sind durch die gesetzliche Unfallversicherung automatisch gegen Unfälle während der Aus- und Fortbildung an Fachhochschulen und Hochschulen nach § 2 SGB VII versichert. Die Gesetzliche Unfallversicherung wird von der Unfallkasse der Bundesländer gewährleistet, für den Versicherungsschutz fallen somit keine Kosten für die Studierenden an. Die Informationen für Niedersachsen finden Sie hier.

Kranken- und Pflegeversicherung

Die Krankenversicherung erstattet (teilweise) die Behandlungskosten bei Erkrankungen, Mutterschaft und oftmals auch nach Unfällen. Im Falle einer Pflegebedürftigkeit erbringt die Versicherung Geld- oder Sachleistungen, um die Pflege zu gewährleisten.

Für Studierende gilt die gesetzliche Krankenversicherungspflicht (s. Immatrikulation).

Sofern die Eltern gesetzlich krankenversichert sind, kann man über diese kostenfrei familienversichert sein (bis zu einem Alter von 25 Jahren, zzgl. der Zeit für geleisteten Wehr-, Zivil- oder Bundesfreiwilligendienst).
Die Familienversicherung erlischt, wenn man mehr als 445 € monatlich verdient; kommt der Verdienst aus einem Minijob, erhöht sich diese Grenze auf 450 €. Bei verheirateten Studierenden kann die Familienversicherung über den Ehepartner (unter Berücksichtigung der Einkommensgrenze) auch über das 25. Lebensjahr hinaus in Anspruch genommen werden.

Wer die Einkommens- oder Altersgrenze überschreitet, muss sich selbst studentisch krankenversichern. Momentan liegt dieser Beitrag bei 66,33 € . Der Beitrag für die Pflegeversicherung hängt davon ab, ob der/die Versicherte eigene Kinder hat. Wenn dies der Fall ist, beträgt er 16,55 €. Versicherte ohne Kinder, die das 23. Lebensjahr vollendet haben, zahlen einen höheren Beitrag von 18,17 €. Das ergibt also einen Gesamtbetrag von 82,88 € bzw. 84,50 € pro Monat (Stand Januar 2017).

Studierende, die älter als 30 Jahre sind oder über das 14. Fachsemester hinaus studieren, fallen nicht mehr unter die studentische Versicherungspflicht. Es können jedoch Ausnahmegründe für eine Verlängerung der Versicherungspflicht geltend gemacht werden. Betroffene sollten sich bei ihrer Krankenkasse beraten lassen. Ansonsten bleibt dann noch die Möglichkeit der freiwilligen Versicherung (sofern Vorversicherungszeiten in der gesetzlichen KV nachgewiesen werden können). Die Kosten liegen hier bei 138,83 € monatlich (+ Zusatzbeitrag, +  Pflegeversicherung).

Zu Beginn des Studiums kann man sich auch von der studentischen Krankenversicherungspflicht befreien lassen, sofern eine private Versicherung über die Eltern oder über die Beihilfe bestehen sollte. Eine Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht kann während der Studienzeit nicht mehr rückgängig gemacht werden und sollte deshalb gut überlegt sein; insbesondere dann, wenn abzusehen ist, dass die Beihilfeberechtigung im Studium wegfällt (nämlich mit der Einstellung der Kindergeldzahlungen ab dem 25. Geburtstag).

 

Zuzahlungen zur Krankenversicherung behinderter/chronisch kranker Studierender

Für viele Leistungen der Krankenkassen (wie z. B. Medikamente, Krankenhausbehandlung oder Krankengymnastik) sind Zuzahlungen der versicherten Person gesetzlich vorgeschrieben. Eine Befreiung von den Zuzahlungen kann bei Überschreitung der sogenannten Belastungsgrenze erfolgen, d. h. wenn die Zuzahlungen im Jahr zwei Prozent des Bruttojahreseinkommens (bei chronisch Kranken ein Prozent) übersteigen.
Der Antrag muss unter Angabe sämtlicher Ausgaben (mit Nachweisen) bei der zuständigen Krankenkasse eingereicht werden.  Nähere Informationen erhalten Sie beim GKV-Spitzenverband oder bei Ihrer Krankenkasse.

 

Krankenversicherung internationaler Studierender

Wichtig für internationale Studierende: Eine normale Reiseversicherung beinhaltet keinen ausreichenden Versicherungsschutz. Sie sollten also möglichst rasch nach der Ankunft in Deutschland eine Krankenversicherung abschließen!

Mit einigen Ländern, darunter den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraumes, bestehen Sozialversicherungsabkommen:

Sind Sie in Ihrem Heimatland gesetzlich krankenversichert, so können Sie diesen Versicherungsschutz in Deutschland von einer gesetzlichen Krankenkasse anerkennen lassen. Klären Sie jedoch bereits im Heimatland, welche Unterlagen Sie dafür benötigen! Für Studierende ist dies zumeist eine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC können Sie kostenfrei bei Ihrer Krankenkasse beantragen.
Ihre Versicherung deckt eventuell nicht alle Kosten in Deutschland ab. Erkundigen Sie sich schon vor der Einreise sehr genau, welche Leistungen Sie in Deutschland in Anspruch nehmen dürfen.

Wenn Sie zuhause über keinen Versicherungsschutz verfügen, müssen Sie sich in Deutschland dennoch versichern, wie alle anderen Studierenden auch.

Auch die privaten Krankenversicherungen anderer Länder können unter Umständen in Deutschland anerkannt werden. Genaueres sollten Sie mit Ihrer Versicherung klären. Wird Ihre private Versicherung anerkannt, benötigten Sie für die Immatrikulation eine Bestätigung, dass Sie von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung befreit sind. Sie können dann aber für die Dauer Ihres Studiums nicht mehr in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln!
Das Deutsche Studentenwerk hat für internationale Studierende, die sich nicht bei den gesetzlichen Krankenkassen versichern können, eine günstige Rahmenvereinbarung mit dem Union Versicherungsdienst getroffen (keine Pflegeversicherung, diese muss ggf. bei einem anderen Versicherungsunternehmen abgeschlossen werden). Die maximale Versicherungsdauer beträgt 5 Jahre.
Die bis 31.12.2013 über die DKV versicherten Studierenden genießen Bestandsschutz: Bei Beibehaltung der vorhandenen Konditionen besteht Versicherungsschutz für die bestehenden Verträge.

Weitere Informationen dazu hier.

 

Private Haftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung kommt für Schäden auf, welche Sie anderen zufügen. Das kann von einer zerbrochenen Brille bis hin zu Personenschäden gehen.

Falls die Eltern eine solche Versicherung abgeschlossen haben, sind auch die Studierenden unter gewissen Voraussetzungen über die Eltern haftpflichtversichert (wenn sie unter 25 Jahre und unverheiratet sind sowie formal zum Haushalt der Eltern gehören).

Falls eine Versicherung über die Eltern nicht möglich ist, lohnt es sich in jedem Fall, eine private Haftpflichtversicherung abzuschließen. Die Tarife variieren und fangen etwa für Singles bei ca. 32 € im Jahr an.

 

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