Projekte

Entwicklung braucht Bewegung

Die Kita “Die Strolche” verwandelt sich in eine Bewegungslandschaft

Sehr aktiv starteten in Lüneburg die Kinder und Erwachsenen ins neue Jahr! Ein interessanter Elternabend mit Video-Film und Informationen war der Einstieg und dann ging’s los: Eltern und Kinder räumten gemeinsam den ganzen Kindergarten leer! Sämtliche Spielsachen, Baumaterialien, der ganze Kreativ-Bereich und alle Puppenmöbel verschwanden in großen Kartons und wurden vorübergehend ausgelagert. Damit war Platz genug für viel Bewegung: die Trapez-Schaukel als Herausforderung für die Großen, Trampoline und Weichböden luden zum Hüpfen ein, die Möbel wurden mit Hilfe von Hölzern und Decken zu Höhlen oder “Kletterfelsen” umgewandelt. Vor Verletzungen schützten viele Matten, ausgeliehen vom Allgemeinen Hochschulsport der Uni Lüneburg und anderen KiTas, auch die Eltern stellten viele Decken, Hocker, Matratzen und Bewegungsmaterialien zur Verfügung.
Kinder erfahren sich selbst und ihre Umwelt über Bewegung, sie ist Grundlage der körperlichen, emotionalen und sozialen Entwicklung. Die Kinder eine Zeitlang ganz intensiv in dieser Hinsicht zu fördern, hatte sich das “Strolchen”-Team vorgenommen und konnte nach fast acht Wochen mit den Ergebnissen sehr zufrieden sein. Und bei den “Kinderkonferenzen” und auf dem Abschlusselternabend waren Kinder und Eltern der gleichen Meinung.
“Das machen wir mal wieder!” war das Fazit dieses Projektes.

Kommt ein Baumstamm geflogen…

“Die Strolche” haben ein neues Außengelände

Mit dem mächtigen, verzweigten Eichenstamm kam das “Herzstück” des neuen Naturspielplatzes – und der erfolgreiche Abschluss eines arbeitsreichen Jahres!
Im März hatten die “Strolchen”-Eltern mit einem ersten Wochenendeinsatz begonnen, vier weitere folgten im Laufe des Jahres. Mit Muskelkraft, Ausdauer und Freude (!) wurde das Spielgelände der KiTa renaturiert. “Quadratisch – praktisch – gut”, das entsprach nicht mehr den Bedürfnissen von Kindern in der Innenstadt und so wurde die Planung, das Aufstellen einer rustikalen Spielebene und die Anleitung der Elterngruppe in die erfahrenen Hände der “Holunder-Schule” gelegt, ein Arbeitskreis für alternative Spielraumgestaltung. Dank erfolgreicher Sponsorensuche sind die Kosten für das Studentenwerk erfreulich gering ausgefallen. Nun tummeln sich die Kinder begeistert in ihrer kleinen Hügellandschaft und auch die Eltern sind bei diesem Projekt zu einer guten Gruppe zusammengewachsen und freuen sich schon auf den jährlich geplanten “Gartenpflege-Tag”.

Wer sich nicht bewegt, bleibt sitzen!

Seit November 2007 nimmt auch unser kleiner Kindergarten „DIE STROLCHE“ an einer landesweiten „Bildungsoffensive“ des Nds. Kultusministeriums teil, Ziel ist die Förderung von Bewegung im Kindergarten. Diese Offensive umfasst mehrere Bereiche, wir haben uns beworben und sind ausgewählt worden für ein Projekt, das

  • 1. die Kooperation zwischen Erzieher-Fachschulen mit dem Wahlpflichtfach Bewegung/Psychomotorik fördern soll und
  • 2. den beteiligten Einrichtungen hochwertiges Material für Bewegungs- angebote und eine indoor-Bewegungsbaustelle zur Verfügung stellen.

Zu 1.
Hierzu gehören Fortbildungen gemeinsam mit den Lehrkräften und teilweise den SchülerInnen der Fachschule. Zwei Mitarbeiterinnen haben bereits ein sehr intensives Wochenende und drei Nachmittagstermine mitgemacht.
Außerdem werden wird voraussichtlich eine/n Schüler/in im Praktikum ein „bewegtes“ Projekt durchführen.

Zu 2.
Das Material (kl. Kletterleitern, Hocker, Balancierstangen und vieles mehr) wurde im November 07 geliefert.

Und das Beste: Alles kostenlos!!!

Die Geräte können dann nach dem halben Jahr zu sehr günstigen Konditionen erworben werden. Da ist wieder Sponsorensuche angesagt!
Wir freuen uns sehr über diese schöne Chance für unsere Kinder, gerade im Winter!


 

bei den STROLCHEN, in der Zeit von Oktober 2007 – Juni 2008

„Das Kind erfasst intuitiv, dass Märchen zwar unrealistisch, aber nicht unwahr sind, dass ihre Ereignisse zwar nicht in der Wirklichkeit geschehen, sich aber als innere Erfahrung und persönliche Entwicklung zutragen, dass sie sinnbildlich die wesentlichen Stufen des Wachstums zu einem unabhängigen Leben bilden. Sie setzen dort ein, wo sich das Kind befindet, und lassen durchblicken, wo es hingelangen muss – mit Betonung auf die dazwischen liegende Strecke“. (Bettelheim, S.87).
Dieses Zitat beschreibt die Vorüberlegungen zu unserem Märchenprojekt.
Wir verstehen Märchen als Wegbegleitung für Kinder, denn sie

  • können Hoffnung geben
  • können das Selbstbewusstsein stärken (Ermutigung)
  • zeigen persönliche Entwicklung auf
  • helfen innere Spannungen zum Ausdruck, bzw. evt. zum Ausgleich zu bringen
  • können solidarisches Verhalten vermitteln
  • zeigen Umgangsformen mit Konflikten im sozialem Bereich
  • gehen meistens gut aus (Vertrauen, Optimismus)

Zu Beginn des Märchenprojektes haben wir die Kinder von 6 Märchen ein Märchen auswählen lassen. Es wurde für das Märchen Hänsel und Gretel abgestimmt.
Begonnen haben wir jede “ Märchenepoche“ mit einer Märchenrunde.
Unter der Treppe versammelten sich alle Strolche bei Kerzenschein um den Märchenteppich, auf dem jeweils passende Gegenstände zu dem Märchen lagen.
Das Märchen wurde dann frei erzählt. Am folgenden Tag wurde im Morgenkreis darüber gesprochen, was wir zu dem jeweiligem Märchen basteln, kochen und dergleichen mehr machen könnten….und dann ging es an die Umsetzung.
Uns, dem Team war es wichtig, möglichst viele Bereiche zu bearbeiten:

  • Feinmotorik (Basteln)
  • ästhetische Bildung (Schmücken des Raumes)
  • lebenspraktische Fähigkeiten(Kochen, Essen)
  • philosophische Themen (Gespräche)
  • sprachliche und musikalische Themen (Lieder, Bücher)
  • Bewegungsangebote (Parcours, Rhythmik, Turnen, Rollenspiele)

Die Kinder bastelten aus Schuhkartons Märchenkisten. In diese märchenhaft verzierte Kiste wurde am Ende einer Epoche in einer Märchenabschlussrunde ein kleines Andenken hineingetan.
(z.B.: ein kleiner Kieselstein bei Hänsel und Gretel).
Vereinzelt zeigten Kinder während der „Hänsel und Gretel- Zeit“ Angst vor der Hexe.

Im November 2007 waren die vier und fünfjährigen Kinder im Theater „Das Rotkäppchen“, was bei einigen Kindern Angst ausgelöst hat (vor dem Wolf).
In der Reflexion haben wir (das Team) entschieden, auf die Partizipation bei der Märchenauswahl zu verzichten, da die Kinder die möglichen Auswirkungen, wie z.B. Angst auslösende Faktoren nicht abschätzen können.
Weitere Märchenepochen waren:

  • Schneeweißchen und Rosenrot
  • Die goldene Gans
  • Der süße Brei
  • Der dicke fette Pfannkuchen (in Kombination mit einer Übernachtung im Kindergarten)
  • Die Bremer Stadtmusikanten

Im Januar 2008 haben wir zum Elternabend eingeladen. Es ging um den Austausch über unser Märchenprojekt. Bedenken wurden diskutiert, Fragen beantwortet und Anregungen aufgenommen. Für die Eltern wurde das „ Märchen von der Unke“ vorgetragen. Dieses Märchen macht die Entwicklung des Kindes zum Erwachsenen deutlich, mit all der Härte, die das Leben abverlangt.
Im Februar fand das Faschingsfest mit dem Thema Märchen statt.
Im März haben wir zu einem Eltern-Kind Nachmittag eingeladen. Es gab:

  • Bastelarbeiten zum Märchen Sterntaler
  • Team Theater zum Märchen Aschenputtel
  • Rap zum Märchen Hänsel und Gretel

Im April gab es eine Kindergarten- Übernachtung mit Pfannkuchen satt.

Während einer Morgenkreisrunde hatten die Kinder die Idee, ein großes Märchenbilderbuch zu gestalten. Auf den Vorderseiten entstanden schöne Kunstwerke und auf den Rückseiten dokumentierten wir unsere Aktivitäten.
Die ganze Zeit über gab es eine “Märchen Bibliothek“ mit der Aufforderung: „Ausleihen erwünscht!“

Am längsten beschäftigten wir uns mit dem Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“.
Die „Minis“ waren in dieser Epoche am besten mit einbezogen. In dieser Zeit besuchten wir auch eine Gruppe alter Menschen im Altenheim, um uns nicht nur mit „älteren Tieren“ zu beschäftigen, sondern auch einen Eindruck zu bekommen, wie es alten Menschen in unserer Gesellschaft geht.

Im Juni beendeten wir unsere märchenhafte Zeit mit einem „Räuberessen“. Es gab chicken-wings und Kartoffeln am Lagerfeuer à la „Bremer Stadtmusikanten“.

Literatur, die wir verwendet haben:

  • Märchen als Schlüssel zur Welt von Felicitas Betz
    (Verlag Ernst Kaufmann, Lahr – Auer Verlag GmbH, Donauwörth )
  • Kinder brauchen Märchen von Bruno Bettelheim
  • ( Deutscher Taschenbuch Verlag )