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„stencils“

Ausstellung des Kulturbüros des Studentenwerks im Foyer der Bibliothek der Leuphana Universität Lüneburg.

12. Juni bis 15. Juli 2017

 

Graffiti sind in Städten allgegenwärtig, bedecken oft alle erreichbaren Flächen städtischer Räume. Vieles davon: bestenfalls belanglos. Manches darunter aber tatsächlich Street Art, genuiner Ausdruck widerspenstiger urbaner Kultur.

Viele Graffiti entstehen als Stencils: mithilfe von Schablonen aus unterschiedlichem Material werden die Motive gesprüht oder getupft. Das ist beliebig oft wiederholbar und geht sehr schnell. So tauchen die häufig relativ kleinen Stencil-Motive in der Regel nicht nur einmal auf, sondern in manchen Städten mit einer aktiven Graffiti-Szene begegnet man ihnen immer wieder, oft mit viel Witz an besonderen Stellen platziert.

Studierende des Studiengangs Soziale Arbeit der Ostfalia Hochschule Suderburg haben in der Lehrveranstaltung Wahrnehmung – Kultur – Praxis unter der Leitung von Michael Koeppen Graffiti nicht nur in der Theorie als ästhetisches Medium zwischen Subkultur und Mainstream analysiert, sondern selbst in praktisch gestalterischen Prozessen Stencils produziert und gesprüht, nicht auf Wände, aber auf Papier.

Nach einer grundlegenden Einführung in Bildsprache, Bildgestaltung und Layout entwickelten die Studierenden eigene Bilderfindungen, die sie gezielt in Stencils umsetzten.

Die Studierenden bearbeiteten Motive aus der Kunstgeschichte, gefundene Bilder/ Fotografien oder selbst gefertigte Fotos, entwickelten und realisierten daraus ganz individuell eigene Bildideen, die sie in Bildschablonen umsetzten, und sprühten. Verblüffend dabei war, wie sich zunächst vertraute Vorlagen in diesem Prozess mehr und mehr zu Bildern verselbständigten und ein ästhetisches Eigenleben entfalteten.

Eine Auswahl der entstandenen Arbeiten wurde auf Papier übertragen/ gesprayt und – für Graffiti eher unüblich – eingerahmt: zu sehen im Foyer der Bibliothek auf dem Campus der Leuphana Universität Lüneburg vom 12. Juni bis 15. Juli 2017, Montag bis Sonntag von 10 – 20 Uhr im Erdgeschoss und oben auf der Galerie.

 

Kontakt und Informationen:

Kulturbüro des Studentenwerks
Claudia Jonischkies, Dipl.Des., Kunstpäd. HL

Tel: 04131 – 78 96 321
kultur.lg@stw-on.de

www.facebook.com/kulturbuero.lueneburg

 

„urban sketching“

Skizzen, Zeichnungen, Aquarelle von Studierenden aus Workshops des Kulturbüros

vom 26. Juni bis 21. Oktober im International Office, Unicampus Lüneburg

 

Straßenszenen in der Lüneburger Altstadt, skizzieren und zeichnen in den Gassen rund um die Michaeliskirche, aquarellieren am Stint oder in einem der Altstadtcafés, der Blick auf die roten Hausdächer vom Wasserturm …

Die Stadt erkunden mit Zeichenstift und Pinsel. Endlich einmal Zeit und Muße zu sitzen und nur zu schauen: die Straße, die Häuser, die Menschen, die Straßenlaterne, der Blumenkasten an dem blauen Fenster, die Stockrosen vor der roten, etwas schiefen Backsteinwand …
Details, die im Vorbeieilen oft unbemerkt bleiben, werden hier auf Papier festgehalten.

Vom 26. Juni bis 21. Oktober zeigt das Kulturbüro des Studentenwerks im International Office auf dem Campus der Leuphana Universität Lüneburg, Gebäude 4, eine neue Ausstellung:
Skizzen, Zeichnungen und Aquarelle von Studierenden aus dem Workshop „Urban Sketching“ des Kulturbüros, geleitet von der freischaffenden Künstlerin Anette Kügler.

 

Kontakt und Informationen:

Kulturbüro des Studentenwerks
Claudia Jonischkies, Dipl.Des., Kunstpäd. HL

Tel: 04131 – 78 96 321
kultur.lg@stw-on.de

www.facebook.com/kulturbuero.lueneburg

 

„Detroit. Ruinen“, Fotografie von Antonia Mahler

 

Eine Ausstellung des Kulturbüros im ServiceCenter des Studentenwerks in Lüneburg

Ein Abgesang: Detroit, einst das Herz der US-Industrie und eine der reichsten Städte der Welt ist heute eine Stadt im bodenlosen Fall mit einer enormen Konzentration von Arbeitslosigkeit, Armut und Kriminalität, entvölkert bis auf die Hälfte seiner einstigen Bevölkerungszahl.

Bis zum 30. April zeigt das Kulturbüro im ServiceCenter des Studentenwerks in Lüneburg eine Ausstellung mit mehr als 30 großformatigen Fotografien: Detroit. Ruinen

Ein Auslandsaufenthalt in den USA, ein Praktikum in Detroit: Chance für Antonia Mahler, zu der Zeit im Master Studiengang „Management & Marketing“ der Universität in Lüneburg, fachrelevante Auslandserfahrungen zu sammeln. Und mehr als das, der Aufenthalt in Detroit berührt auf besondere Weise, eine Auseinandersetzung mit Stadt und Geschichte beginnt. Fotos entstehen, sie forschen dem Verfall des früheren Glanzes nach.

Mit Fotoapparat und Stativ dokumentiert Antonia Mahler die dystopischen Szenerien der Stadt:

Ruinen der Gebäude, die Detroit einst berühmt machten, wie das 1913 gebaute „Michigan Central Station“, das nach einem Brand 2009 zerstörte „Easttown Theatre“, die Ruinen des „Lee Plaza“, der ehemals nobelsten Appartementanlage der Stadt oder das „Michigan Theatre“, das kurz nach seiner Schließung in ein Parkhaus umfunktioniert wurde – nur noch der Stuck an der Decke reflektiert den ehemaligen Glanz.

In einer der ehemals reichsten Städte der Welt blieben nur noch Ruinen vom früheren Prunk. Freistehende Fassaden von Hochhäusern als Mahnmale einer vergangenen Zeit, Bäume durchwachsen zerfallende Hausmauern, Strassen sind von Sträuchern und Gras überwuchert.

Und wurden einst die modernsten und luxuriösesten Autos in der „Packard Plant“ hergestellt, wird dieses 15 Hektar große Areal die größte verlassene Fabrik der Welt: Drehort nun für apokalyptische Filme wie „Transformers“.

 

Stichwort Detroit:

Mit dem rasanten Aufbau der Automobilindustrie begann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Detroits schneller Aufstieg zum führenden Standort der US-Automobilproduktion. Die “Großen Drei” – Chrysler, Ford, General Motors – schufen die Autostadt schlechthin, machten Detroit zu einer der reichsten Städte der Welt – und seine Architektur spiegelte den Reichtum wider: modernste Fabrikanlagen mit Fließbandfertigung, elegante Villen, prunkvolle Theater, Kinopaläste und Warenhäuser säumten die Straßen, der öffentliche Verkehr und vor allem das Aufkommen des Automobils formten die moderne Stadt.

Ein Zentrum des modernen Kapitalismus, Welthauptstadt des Automobilbaus, Mythos und Symbol amerikanischen Fortschritts.

 

Wenige Jahrzehnte später, in den 50er/60er Jahren, kippt die Situation.

Die „Motor City Detroit“, einst Mythos und Symbol amerikanischen Fortschritts, steht heute für das ökonomische und soziale Scheitern einer Großstadt. Die Gründe hierfür werden in den ökonomischen Problemen der Automobilindustrie gesehen. Autokonzerne, die einst massenhaft Arbeitsplätze boten, gaben nach und nach Detroit als Produktionsstandort auf, hinzu kamen ungelöste ethnische Konflikte, die Abwanderung wohlhabender Bevölkerungsschichten und nicht zuletzt gravierende politische Versäumnisse. Eine Entwicklung, die mit dem Konkurs von General Motors 2009 und dem finanziellen Bankrott der Stadt 2013 weitere Tiefpunkte fand.

Innerhalb von einem halben Jahrhundert verlor Detroit, einst mit über zwei Millionen Einwohnern viertgrößte Stadt der USA, fast eine Million Menschen und damit die Hälfte seiner Bevölkerung.

Ruinen stillgelegter Fabriken, leerstehende Hochhäuser, verlassene Villen, Theater und Kirchen prägen heute das Stadtbild. Ein Drittel der gesamten Stadtfläche gelten inzwischen als unbewohnbar, zahllose Gebäude wurden abgerissen, einige Tausend Gebäude, davon ca. 80.000 Einfamilienhäuser stehen leer: verlassen, verschlossen, verfallen.

Vorbereitet wurde die Präsentation im Rahmen des studienbegleitenden Seminars „Ausstellungsmanagement“ unter Leitung von Claudia Jonischkies, Kulturreferentin des Studentenwerks.

Die Präsentation im ServiceCenter des Studentenwerks, Munstermannskamp 3, in Lüneburg ist noch bis  4. August 2017 zu sehen.

Mo bis Fr 9 – 16 Uhr

 

Kontakt und Informationen:

Kulturbüro des Studentenwerks
Claudia Jonischkies, Dipl.Des., Kunstpäd. HL

Tel: 04131 – 78 96 321
kultur.lg@stw-on.de

www.facebook.com/kulturbuero.lueneburg