Wissenswertes

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...zum Thema BAföG

  • Was ist BAföG?
    Beim BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) handelt es sich um eine Ausbildungsförderung, die in der Regel zur Hälfte als staatlicher Zuschuss und zur Hälfte als unverzinsliches Darlehen gewährt wird.
    Die Auszahlungshöhe kann – abhängig vom Einkommen der Eltern (außer bei elternunabhängigem BAföG) sowie vom eigenen Einkommen und Vermögen – monatlich bis zu 853 € betragen.
    Daneben gibt es auf Antrag einen Kinderbetreuungszuschlag, wenn du mit mindestens einem Kind unter 14 Jahren in einem Haushalt lebst. Für jedes Kind gibt es 140 €. Der Kinderbetreuungszuschlag wird als Vollzuschuss gewährt.

  • Sollte ich BAföG beantragen?
    Unbedingt! Ob dir die staatliche Unterstützung von bis zu 853 € monatlich gewährt wird, hängt vom Einkommen der Eltern und vom eigenen Einkommen und Vermögen ab. Viele Studierende schätzen ihren Anspruch gering ein und stellen keinen Antrag. Dabei geht ihnen unter Umständen viel Geld verloren, denn auch geringe Förderungsbeträge summieren sich über das gesamte Studium gesehen zu einem ansehnlichen Betrag – und davon ist die Hälfte auch noch geschenkt! Letztendlich kann nur die BAföG-Stelle ersehen, ob ein Anspruch besteht oder nicht.
    Übrigens: BAföG-Empfänger*innen sind vom Rundfunkbeitrag („GEZ“) befreit!

  • Wann sollte ich meinen BAföG-Antrag stellen?
    Stelle deinen Antrag so früh wie möglich – am besten direkt nachdem du die Zusage für deinen Studienplatz bekommen hast. Denn BAföG wird vom Antragsmonat an geleistet, allerdings frühestens mit dem Beginn der Ausbildung. Verspätet eingegangene Anträge gelten also nicht rückwirkend. 

  • Wo finde ich den BAföG-Antrag?
    Den Antrag kannst du unter www.bafög.de herunterladen. Du findest ihn auch ausgedruckt in unseren Service-Centern. Am einfachsten ist es aber, den Antrag gleich online auszufüllen – die Antragsstellung geht schneller, denn fehlende Angaben werden sofort angezeigt und erforderliche Dokumente aufgelistet. Tipp: Du kannst den Antrag stets zwischenspeichern und später weiter ausfüllen.

  • Kann ich auch als ausländische*r Student*in BAföG beantragen?
    Unter bestimmten Voraussetzungen sind auch Studierende mit EU-Bürgerschaft oder andere ausländische Studierende förderungsberechtigt. Bitte lass dich beraten!

  • Muss ich einen Weiterförderungsantrag stellen?
    Ja! Denke unbedingt daran, rechtzeitig vor Ende des Bewilligungszeitraumes (also mindestens zwei Monate vorher), einen Antrag auf Weiterförderung zu stellen. Nur so kann eine kontinuierliche Förderung gesichert werden. Ein Bewilligungszeitraum ist in der Regel 12 Monate lang, manchmal aber auch kürzer.

  • Muss ich den Rundfunkbeitrag zahlen, wenn ich BAföG empfange?
    Sofern du nicht bei deinen Eltern wohnst und BAföG empfängst, kannst du dich vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. Unter bestimmten Voraussetzungen können sich Studierende mit Behinderung ebenfalls befreien lassen. Den Befreiungsantrag sendest du, zusammen mit den erforderlichen Nachweisen, direkt an den Beitragsservice.

  • Bekomme ich auch während meines Auslandssemesters BAföG?
    Eine BAföG-Förderung im Ausland ist möglich. Wenn du in einem EU-Land oder der Schweiz studierst, kannst du für die gesamte Regelstudienzeit BAföG bekommen. Wenn du in einem anderen Land studieren möchtest, wirst du maximal ein Jahr gefördert. Dein reguläres Studium musst du dazu im Inland oder der EU betreiben. Auch ein mindestens zwölfwöchiges Pflichtpraktikum kann gefördert werden – sowohl innerhalb als auch außerhalb Europas.
    Der Antrag für das Auslands-BAföG wird bei dem jeweils dafür zuständigen BAföG-Amt gestellt – nicht bei dem BAföG-Amt deines Studienortes in Deutschland. Die Zuständigkeit kannst du hier ermitteln.
    Auch hier solltest du den Antrag rechtzeitig stellen – also mindestens ein halbes Jahr vor dem geplanten Auslandsaufenthalt.

  • Wann muss ich mein BAföG zurückzahlen?
    Die Rückzahlung von BAföG beginnt fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer (FHD). Ca. 4 ½ Jahre nach Ablauf der FHD erstellt das Bundesverwaltungsamt einen Feststellungs- und Rückzahlungsbescheid. In diesem sind der Rückzahlungszeitpunkt und die Höhe der Raten festgesetzt. Die monatliche Rückzahlungsrate beträgt 130 €; die Rückzahlungssumme ist auf 10.010 € begrenzt. Es gibt einen Nachlass, wenn das Darlehen vor Fälligkeit der ersten Vierteljahresrate teilweise oder vollständig zurückgezahlt wird. Weitere Informationen dazu findest du beim Bundesverwaltungsamt. Bitte denke daran, beim Bundesverwaltungsamt deine jeweilig aktuelle Adresse anzugeben!

  • Was passiert, wenn ich die Regelstudienzeit überschreite?
    Für den Fall, dass du deine Regelstudienzeit und damit die BAföG-Förderungshöchstdauer überschreitest, gibt es eine Studienabschlusshilfe. Du kannst sie für max. 12 Monate in Anspruch nehmen, wenn du spätestens innerhalb von vier Semestern nach Überschreitung der Förderungshöchstdauer durch die Prüfungsstelle bescheinigen lassen kannst, dass du die Ausbildung innerhalb der Abschlusshilfedauer abschließen kannst. Bei der BAföG-Studienabschlusshilfe handelt es sich um ein unverzinsliches Volldarlehen des Staates. Die Antragstellung erfolgt durch den regulären BAföG-Antrag, plus der vom Prüfungsamt unterschriebenen Prognosebescheinigung. 

  • Kann ich Widerspruch gegen meinen BAföG-Bescheid einlegen?
    In Niedersachsen ist durch das „Gesetz zur Verwaltungsmodernisierung” die Widerspruchsmöglichkeit gegen die BAföG-Bescheide abgeschafft worden. Wenn du der Ansicht bist, dein BAföG-Bescheid sei rechtswidrig, wende dich bitte sofort an dein*e zuständige Sachbearbeiter*in und beantrage eine Rücknahme des Bescheides nach § 44 SGB X. Wir überprüfen dann die Rechtslage.

  • Kann ich auch als Schüler*in BAföG beantragen?
    Ja. Das Studentenwerk ist allerdings nur für das Studierenden-BAföG zuständig. Um das Schüler*innen-BAföG kümmern sich die BAföG-Ämter der Kreis- und Stadtverwaltungen.

...zum Elternunterhalt

Eltern sind laut Bürgerlichem Gesetzbuch dazu verpflichtet, ihren Kindern eine angemessene Ausbildung (genauer: „angemessene Vorbildung zu einem Beruf”) zu finanzieren.
Der angemessene Unterhaltsbedarf von nicht bei den Eltern wohnenden Studierenden beträgt in der Regel 735 € pro Monat. Als Richtlinie dient die Düsseldorfer Tabelle.
Eine Altersgrenze oder eine festgelegte Dauer der Unterhaltsverpflichtung gibt es in dem Sinne nicht. Die Regelstudienzeit kann allerdings als Maßstab gesehen werden – plus eine angemessene Zeit darüber hinaus.